No Dancing Queen und eine Menge Schnee.

2 02 2009

Ort: London
Zeitunterschied: MEZ -1 Std.
Wetter: heiter bis wolkig mit Schneefall, Temperaturen um den Gefrierpunkt
 
 
Für Multitasker als musikalische Begleitung zum Augenzeugenbericht zweier Erstbesucher:
 

 
 
Nach Landung im malerischen Stansted in aller Herrgottsfrühe ging es mit dem Bus gen London, um für 2 Nächte in der Palmers Lodge zu residieren. Victorian elegance for the budget conscious traveller (Viktorianische Eleganz für den budgetbewussten Reisenden, Anm. d. Red.). Es wurde mehrfach unter die besten Hostels gewählt, war dementsprechend frequentiert, Motto: Jubel, Trubel, Heiterkeit. Wir aber immer noch total durch von den letzten Tagen und Wochen, den Umzug von Freitag noch in den Knochen. Daher wurde ganz entspannt, den Blick auf Sonntag zugewandt, nichts gemacht als die Zeit totzuschlagen und Eingeborene zu jagen zu beobachten. Vor allem einheimische Frauen. Knapp bekleidet, trotz guter Ernährung und bei der Wahl der Miss Manchester knapp an der Top 1000 Platzierung vorbei. Dem hinzu kam ein merklicher Kokosduft, der die ohnehin schon exotische Erscheinung noch unterstreichen sollte. Rundum nicht gelungen.

Am Sonntag dann konnte nach Überwindung des einstündigen Jetlags das erste touristische Highlight angepeilt werden. Und so standen wir mit mehreren anderen hundert Leuten und haben uns beim Wachwechsel der Queen am Buckingham Palace den Arsch und besonders die Füße abgefroren. Das war soweit ganz toll, wurde aber dann doch recht abstrus, als die königliche Kapelle „Dancing Queen“ von ABBA angestimmt hatte und gleich noch einen anderen Hit des Schwedenquartetts nachlegte. ABBA? Was bitte ist da denn los? Ist die Queen etwa amused? Soll das dieser britische Humor sein?

Im weiteren Tagesverlauf konnte dann beobachtet werden, dass sich der Picadilly Circus wie ein kleiner Times Square benommen hat, es eine ganze Menge Restaurants gibt, die organisches (oft mit dem Zusatz „und frisches“) Essen anbieten, röhrenartige Vakuumjeans auch 2009 noch topmodisch sein werden, Internationalität mit einem großen Fest am Trafalgar Square zum chinesischen neuen Jahr des Ochsen bewiesen wurde und London wirklich eine spektakulare architektonische Vielfalt mit viktorianischen, modernen oder auch prekären Einflüssen zu bieten hat. Eine interessante Stadt durch und durch. Nur am Wetter kann noch etwas gefeilt werden. Allen stereotypen Bildern zum Trotz hatten wir zwar viel Sonne aber es war bitterkalt was durch den starken Wind nicht gerade angenehmer wurde, geschweige denn durch das mehr und mehr aufkommende Schneetreiben, was am Montag morgen in einer geschlossenen Schneedecke mit mindestens 10cm ausartete.

Daher sollte es auch heute am Montag ins fast 12.000 Km entfernte Buenos Aires in Argentinien gehen, wo man lachend über Wiesen tollen kann, wir Honig aus Flüßen trinken werden und einem Brathähnchen in den Mund fliegen. Der Wetterdienst verspricht 27°C und wir uns eine schöne Zeit.

Wenn da nicht dieser Blizzard in der Nacht von Sonntag zu Montag gewesen wäre, der London komplett lahm gelegt hat. Sämtlicher öffentlicher Personennahverkehr und auch alle Flüge ab Heathrow sind zumindest für heute gecancelled. Nachdem wir Kontakt mit British Airways herstellen konnten, heißt es nun 2 weitere Tage London verweilen, da der Flug Dienstag abend schon ausgebucht ist. Zum Glück konnten wir hier in der Palmers Lodge für 2 Nächte verlängern.

Sagen wir mal so, London ist wirklich eine tolle Stadt und wollte uns vielleicht doch bloß überreden noch 2 Tage zu bleiben. Wir werden wohl gleich die Schneeschuhe schnüren und gen Camden Market aufbrechen.

Dina is not amused. Flip Flops erst am Donnerstag, obwohl sie doch schon heut im Handgepäck waren…

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3 responses

2 02 2009
basti

Da habt Ihr ja gleich richtig Glück mit dem Wetter…. Kann aber nur besser werden!! Bleiben nur die Fragen: wen hat Dina da angerufen?? Und warum gibt es in London rote Ochsenluftballons?? Viele Späße noch in Londinium!!

2 02 2009
matzepeng

Ja Wetter ist super, soviel Schnee in Londinium wie seit 18 Jahren nicht mehr. Wir wollten ja heut bloß einen kleinen Ausflug nach BsAs machen. So kann ich nicht arbeiten. Höchst unprofessionell dieses Wetter. Und rote Ochsenluftballons wegen chinesisches neues Jahr und so. Und das steht wohl dieses Jahr im Zeichen des Ochsen, du Ochse.

2 02 2009
basti

Toll, dass die Chinesen mir extra ein ganzes Jahr widmen!! Das nenne ich mal Repekt gegenüber dem König!! Muy bien, wie Ihr in London sagt! Denk dran: keinen gelben Schnee essen!!

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