Wind.

22 02 2009

Ort: Puerto Natales (CHL)
Zeitunterschied: MEZ -4 Std.
Wetter: wechselhaft mit Wind

Patagonien an der Magellanstraße ist noch sehr jung, gerade etwa 15.000 Jahre alt und hat eine sehr dünne Erdschicht. Im jetzigen Sommer fällt es der Sonne leicht diese schnell aufzuhitzen, was warme bodennahe Luft zur Folge hat. Der Humboldtstrom wiederum bringt kaltes Wasser aus dem antarktischen Meer und das ist nicht das einzige was kalt aus dem Süden kommt, nämlich kalter Wind. Trifft nun die kalte auf die warme Luft, wird die warme nach oben verdrängt und dort abgekühlt, was bewirkt, dass diese wieder in den Kreislauf eintritt. Und das bedeutet Wind. Verdammt viel Wind.

Warum die Gegend um Puerto Natales eine Wettervorhersage hat, weiß kein Mensch. Das Wetter ist so vorsehbar wie die Lottozahlen und so wechselhaft wie täglich Aprilwetter, da es sich wirklich alle 10 Minuten massiv ändern kann. Das einzige was hier beständig ist, ist eben der Wind. Verdammt viel Wind.

Doch der Reihe nach. Von Ushuaia ging es mit dem Bus nach Punta Arenas. Die selbsternannte Hauptstadt Südpatagoniens ist nicht wirklich eine Perle, nur das Museo Salesiano konnte Interessantes über die Ureinwohner und den Einfluß der ersten Missionare vermitteln. 2 Nächte waren genug. Die Türme riefen.

Und zwar die Torres del Paine, was soviel wie „Die blauen Türme“ heißt und ein bemerkenswertes Bergmassiv ist. Gleichzeitig standen sie Namenspate für den gleichnamigen Nationalpark in der Nähe der kleinen Stadt Puerto Natales, die quasi als Basecamp für Ausflüge in den Nationalpark dient. Und den werden wir ab Sonntag für 5 Tage bewandern.

Die Route, die wir zu gehen gedenken, nennt sich das „W“, da es in etwa die Form eines eben solchen hat. Und machen wir uns nichts vor, wir sind Amateure mit mehr Ausrüstung als Ahnung. Zum Glück gibt es jeden Tag den sogenannten „3 o’clock talk“ im Erratic Rock, einem Hostel in Puerto Natales, eine umfangreiche Frage- und Antwortstunde mit Rustyn einem passionierten Trekker und Herausgeber des Black Sheep, dem lokalen Traveller-Magazin. Nach 1,5 so unterhaltsamen wie informativen Stunden waren wir um einiges schlauer, um nicht zu sagen erleuchtet. Die Vielseitigkeit der 4 verschiedene Klimate im Nationalpark und das unkalkulierbare Wetter sind selbst für erfahrene Wanderer Neuland. Um es kurz zu machen, ohne diese Einweisung hätten wir alles falsch gemacht, was man hätte falsch machen können.

Nun haben uns nun mit Zelt, Isomatten, Kocher und Kochgeschirr, sowie reichlich Kalorien in Form von Müsli- und Schokoriegeln, Trockenobst, Nüssen, Instant-Nudeln und Tütensuppen eingedeckt, um am Sonntag für 5 Tage der Zivilisation den Rücken zu kehren. Also fast. Wir werden 2 Nächte für lau auf rustikalen Campingplätzen ohne alles campen und 2 Nächte auf privaten, organisierten Campingplätzen mit Duschen, Essmöglichkeiten, etc, unterkommen.

Insgesamt werden wir etwa 75 Km mit 10 Kg auf dem Rücken zurücklegen. Wir freuen uns auf unglaubliche Gletscher, Natur pur und viel Wind. Verdammt viel Wind.

Advertisements

Aktionen

Information

3 responses

23 02 2009
Basti

Dann wünsche ich Euch vor allem viel RÜCKENwind!! Frohe Wanderei und sonnige Grüße

23 02 2009
Christian

Ja dann mal viel Spaß bei den 75km!
Denkt an Bier und Rum, dann läufts sich lustiger ;-))

24 02 2009
Lennart

wie aufregend! 75 km à 10 kg klingt nach gefühlten 750kg pro nase… aber wann sieht man schon gletscher…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: