Abgefüllt und frisch verkorkt.

4 04 2009

Ort: Mendoza (ARG)
Zeitunterschied: MEZ -4 Std.
Wetter: 30 Grad, Sonne

Um von Santiago nach Mendoza zu kommen, muss man die Anden überqueren. Phantastische Berglandschaften, endlos wirkende Serpentinen und eine glasklare Sicht. Fast so schön wie das Erzgebirge. Nach der Großstadt ein Augenschmaus. Sicherlich eine der szenischsten Fahrten Südamerikas.

Nun also Mendoza. Das Weinzentrum von Gaucholand, selbst ernannte sauberste Stadt Argentiniens und mit sensationellen 300 Sonnentagen im Jahr ausgestattet. Laut Berliner Morgenpost hatte Freiburg im Breisgau vor ein paar Jahren mal – gähn – 142 Tage mit viel Sonne. Eine Statistik aus dem Jahr 2004 besagt allerdings auch, dass Freiburg mit 218 Regentagen auf Platz 3 dieser medaillenumseitigen Bilanz liegt. Mendoza hat normalerweise 200 mm Niederschlag im Jahr. Letztes Jahr allerdings war hier die globale Erwärmung auch zu spüren und es waren sage und schreibe 300 mm. Zum Vergleich, der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei zirka 800 mm. Freiburg hat übrigens 954 mm. Wieder etwas schönes aus der Kategorie „Unnützes Wissen“.

Mendoza ist auch die Stadt der Bäume. Die ganze Stadt ist gesäht mit Alleen, im Zentrum vor allem Platanen. Nach dem Erdbeben 1860 wurde die Straßen breit gebaut und erlauben die Vielzahl an Schattenspendern. Und es ist gerade Herbstbeginn. Die Blätter nehmen ein schönes gelb an. Allerdings heißt hier Herbst immer noch 34 Grad. Mendozas Bewässerungsgräben, die mit dem Wasser des Rio Mendoza gespeist werden, der wiederum seinen Ursprung in den Gletschern der Anden hat, halten die Baumpracht am Leben. Und nicht nur Bäume wachsen hier, sondern auch Wein. Daher gab’s einen Ausflug mit einer organisierten Tour, so richtig schön Kaffeefahrtmäßig, nur eben mit Wein. Wir haben die landesweit renommierte Bodega Lopez besucht und uns am Wein gelabt, wobei uns der Malbec nicht wirklich zu begeistern wusste. Danach ging es noch zum Gut von Don Arturo, der wieder frischen Traubensaft bereit hielt. Als Bonus gab es noch einen Abstecher zur Laur Olivenfarm. Auch das war recht fein.

Und weil so eine organisierte Tour so schön ist, haben wir es nochmal getan. Diesmal allerdings gen Anden, mit pitoresker Szenerie auf der ganzen Strecke, dem Aconcagua Nationalpark, der Puente del Inca und die große Cristo Redentor Statue, die die Grenze zwischen Argentinien und Chile markiert. Immerhin bis auf 3800 m Höhe ging es und man konnte den Aconcagua bestaunen, der seines Zeichens der höchste Berg außerhalb des Himalayas ist. Insgesamt wurden etwa 420 Km bewältigt und man verbrachte den Großteil des Tages im Bus. Man hält nicht dort, wo man gerne möchte, wird zum essen in ein Restaurant with very special offer only for you gekarrt und zahlt genau so viel, als wenn man sich ein Mietwagen genommen hätte. Aber man lernt Leute kennen. Und so ging es am Abend mit Lufthansa-Pilot Weert und Nicola, die gerade ein Praktikum bei einem Parlamentsabgeordneten in Cordoba macht sowie noch drei anderen Reisenden, in das vorzügliche Restaurant Anna, das dann auch den Abschluß des Kapitels Mendoza bedeuten sollte.

Nächster Stop ist Salta, ganz im Norden von Argentinien und unser Sprungbrett in eine andere Welt. Bolivien.

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One response

3 02 2010
Das Geräusch der Stille. « projekt 365

[…] Fjordland gehört zu den regenreichsten Regionen der Welt. Wer dachte Freiburg, unser Lieblingsbenchmark, hat mit 954 mm mittlerer jährlicher Niederschlagsmenge ordentlich Regen, dem sei gesagt, dass der […]

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