Osterreiten in Bolivien.

21 04 2009

Ort: Tupiza (BOL)
Zeitunterschied: -6 Std. MEZ
Wetter: Heiter bis wolkig, mit Regen

So, nun also Bolivien, das immer noch ärmste Land Südamerikas und neben Paraguay das einzige, dass keine Küstenanbindung hat. Tiefland im Norden und Osten, mit Regenwald und Pampa, und Hochland im zentralen Teil sowie im Südwesten, mit Absonderlichkeiten wie der höchst gelegenen Hauptstadt der Welt, La Paz (ca. 4.000 m üNN) und dem größten Salzsee der Welt, dem Salar de Uyuni im südwestlichen Altiplano. Und Tupiza, 3 Stunden hinter der Argentinischen Grenze und im Süden Boliviens gelegen, sollte unser Ausgangspunkt für eine mehrtägige Tour hin zu weißen Wüsten und farbigen Lagunen sein.

Tupiza liegt geschmeidig auf knapp 3.000 m Höhe und war wieder ein Schritt, um uns an die Höhe zu gewöhnen und sich zu akklimatisieren. Mit den Höhenunterschieden ist nicht sonderlich zu spaßen, auf 4.000 m Höhe hat man nur etwa halb so viel Sauerstoff wie auf Meereslevel, was für den Körper Stress heißt. Kleine rote Blutkörperchen müssen produziert werden, um nicht sofort außer Atem zu kommen und die Kopfschmerzen und Schwindelgefühle einzudämmen. Die Argentinische Fußballnationalmannschaft musste sich vor ca. drei Wochen bei einem Weltmeisterschaftsqualifikationspiel in La Paz mit 6:1 gegen den nullmaligen Weltmeister Bolivien geschlagen geben und hat sich bis auf die Knochen blamiert. Der dicke Diego, mit seinen Messis und Tevez, wollte den Fußballgigant Bolivien mit Leichtigkeit vom Platz fegen. Für diese historische Niederlage gab es ordentlich Hohn und Spott in der Heimat, Freudentaumel in der Republica de Bolivar.

Am Karfreitag konnten wir dann einer 3-stündigen Prozession durch die Straßen des vorbildlich christianisierten Städtchens Tupizas beiwohnen, die dem Leidensweg Christi nachempfunden war. Laienschauspieler stellten die verschiedenen Etappen mit Kreuzigung, Auferstehung usw. entlang der Route dar, während der Prozessionszug durch feierlichen Gesang und Musik einer Blaskapelle unterhalten wurde. Und wir konnten auch etwas mitleiden, denn die Dieselabgase des Nissan Patrol mit Verdener Kennzeichen, der Teil der Prozession war, nahmen einem die Luft zum atmen.

Abgestiegen waren wir für einen schmalen Taler im La Torre Hotel, die neben Touren zum Salar auch Reitausflüge anbieten. Also ein neuer Versuch hoch zu Roß und diesmal mit Guide, der uns sicher in die schöne Umgebung von Tupiza geführt hat. Spaßig wurde es als der teils mit Hagelkörnern garnierte Regen einsetzte und sich die Welt über Bolivien auftat. Naja alles in allem recht nett, aber „nett“ ist ja bekanntlich die kleine Schwester von „Scheiße“. Naja, es war schon ganz okay.

Vielversprechender und als ein großes Highlight jeder Südamerikatour gepriesen, ist die Tour zum Salar der Uyuni. Ostermontag sollte es losgehen. Zwei 4WD Toyota Landcruiser Jeeps, zwei einheimische Fahrer und eine Köchin sowie acht Menschen aus der ersten Welt, begierig die Schönheit Boliviens kennen zu lernen. Für vier Tage und drei Nächte wird es also von Tupiza nach Uyuni gehen und wir werden bis auf 5.000 m Höhe steigen. Zu weißen Wüsten und farbigen Lagunen.

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2 responses

22 04 2009
marcel

Ein Traum für Karl May du altes Grienhorn 🙂

22 04 2009
Basti

Genau, nix Tupiza – das ist Bad Segeberg wie es leibt und lebt! Habt Ihr Euch wohl verritten….

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