Linien in der Wüste.

12 06 2009

Ort: Nasca (PER)
Zeitunterschied: -7 Std. MEZ
Wetter: wolkenlos

Dieses Mal ging es im Luxusbus von Oltursa von Arequipa nach Nasca (Quechua-Schreibweise, Nazca mit z ist die spanische Version, Anm. d. Red.), die Stadt, die nach der bedeutenden präinkaischen Kultur beanannt ist. Die Stadt selber ist hässlich bis potthässlich, man hat eigentlich nur einen Grund hier her zu kommen und zwar die berühmten Nasca-Linien zu bestaunen.

Wir hatten einen wolkenlosen Morgenhimmel, 8:30 Uhr gab es angenehme Temperaturen, perfektes Flugwetter also. Für 55 US$ hatten wir einen 30-minütigen Rundflug über die bekanntesten geometrischen Formen und Designs wie Kondor, Affe oder auch dem „Astronauten“ gebucht. Wir wurden zu fünft in eine Cessna 206 verfrachtet und mit Pilot Richard ging es los. Schon in in der ersten Flugkehre wirkten sich die Fliehkräfte negativ auf Gleichgewichtssinn und Mageninhalt aus, was zur Folge hatte, dass sich unsere Gesichtsfarbe schnell der des Fluggerätes anpasste. Die verschiedenen Geoglyphen konnten wir dann aber doch genießen, waren aber ebenso froh zur Landung anzusetzen, als der 100 Kg Typ vor uns plötzlich anfing in eine Tüte zu kotzen. Wir hatten ja vorsorglich nicht gefrühstückt.

Über den Sinn und Zweck der Linien wird bis heute spekuliert und es existieren zahlreiche Theorien, von astronomischem Kalender über Bewässerungssystem bis hin zu Dänikens Unfug von Außerirdischen. Die realistischste Annahme besagt allerdings, dass die Muster Fruchtbarkeitsritualen in dieser öden, unwirtlichen Gegend gedient haben sollen, der Affe beispielsweise stand für den Regen, der Kolibri fungierte als Botschafter zwischen Mensch und Gottheiten und der Kondor repräsentierte den Gott des Himmels oder der Berge.

Peru hatte mit Machu Picchu und Nasca seine Highlights, hat uns aber keine guten Vibes gebracht. Der Tourismus hat uns kalt erwischt, die südliche Route, ein Klassiker auf dem Gringo Trail, hat zuviele Pinocchios mit Dollarzeichen in den Augen hervorgebracht. So werden aus den geplanten sieben Wochen Peru nicht mal drei und Oltursa wird uns von Nasca nach Lima und von dort direkt und ohne Übernachtung nach Tumbes ganz im Norden bringen.

Somit wird das letzte Highlight von Peru der Grenzübertritt nach Ecuador sein, wo wir uns wieder etwas entspanntere Leute versprechen. Wir freuen uns auf 24 Stunden Busfahrt und die letzten zwei Monate in Ecuador und Kolumbien. Und es sollte jetzt wirklich nur noch tropisch werden. Nach etwa zwei Monaten im Altiplano von Südamerika, dem zweitgrößten Bergplateau nach Tibet, einer Landschaft aus Eis und Feuer, Wind und Salz, erwarten uns nun tropisches Äquatorialklima und weiße Karibikstrände.

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2 responses

14 06 2009
Anne-Kathrin Kern

Wir grüßen euch zwei “ Weltenbummler „, die Linien in der Wüste sind ja irre, Annchen dachte erst das ist ein Schnittmusterbogen zum Nähen aus der Zeitschrift “ Für Sie“ vor 1989. Freue mich mit euch was ihr so erlebt und wenn es das Kälbern vom 100 kg-Typen war, hahaha.
Ich hoffe ihr übersteht die 24 h – Busfahrt ohne Blasen am Popo, aber mit viel Humor und einem Lächeln im Gesicht.
Bleibt gesund, das Annchen

15 06 2009
der nachmieter

das sind doch linien aus den zeiten, wo man(n) sich für touristen-dollars noch mühe gegeben hat 😉 aber sie sind hübsch, schade das der 100kg-kollege gefrühstückt hatte.

weiterhin viel spass und bessere vibes am nächsten ziel.

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