Im Tal der Langlebigkeit.

17 06 2009

Unsere Flucht aus Peru entpuppte sich als wahre Ochsentour. Denn zum einen gehört Peru sicher nicht zu den kleinsten Ländern Südamerikas, zum anderen liegt unser Bestimmungsort im ecuadorianischen Vilcabamba nicht unbedingt direkt an der Panamericana.

Zuerst ging es sieben Stunden nach Lima, der Stadt von der wir soviel Gutes gehört hatten, dass wir unseren Aufenthalt auf vier Stunden reduzieren konnten, um dann sofort weiter nach Tumbes weiterzufahren. Die Fahrt dauert nochmals sportliche 19 Stunden und es ging vom Bus direkt ins Taxi, um die 25 Km zur Grenze zu bewältigen. Und für Leute die die Grenze zu Fuß überqueren wollen, hat man sich ein besonders unkompliziertes Prozedere ausgedacht. Das Taxi kann natürlich nicht über die Grenze, also läuft man durch Unmengen von Straßenhändlern, Transitlern und Dieben, die in der Masse ihr Glück versuchen. Danach ging es zum Busbahnhof, der aber nichts anderes als ein „Büro“ am Straßenrand war. Zu dem Zeitpunkt war man aber noch nicht offiziell eingereist und die Immigration lag etwa 3 Km hinter der Grenze und wieder ins nächste Taxi. Dann unfassbar langsame Grenzbeamte beobachten müssen und wieder zurück mit dem Taxi. Der Bus sollte dann aber gleich fahren, nur eben nicht die erhofften 2-3 Stunden, sondern erst mal fünf (bei entspanntem Verkehr) bis nach Loja und dann nochmal eine Stunde nach Vilcabamba, dem ersten Ziel unser Reise in Ecuador. Naja, nach 40 Stunden waren wir dann auch schon da.

Und weil die Anreise so gemütlich war, hat es uns die nächsten Tage wieder mal komplett aus den Latschen gekippt und wir verbrachten die ersten Tage mit süßem Nichtstun. Aber wo kann man sich besser erholen als im kleinen Dorf Vilcabamba, dem Tal der Langlebigkeit. Die Region ist dafür bekannt eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Mitbürgern mit einem Alter von über 100 Jahren hervorgebracht zu haben. Der älteste Vilcabambero starb angeblich mit 129 Jahren und hat in dieser langen Zeit 238 Kinder produziert. Die Bedingungen dafür stehen auch nicht schlecht. Das Klima ist ganzjährig mild bis warm, die Ernährung durch viel Obst und Gemüse recht gesund und man zeigt ein freundliches Desinteresse am Rest der Welt. Und so sind auch mittlerweile über 700 Ausländer in der Region registriert, die sich hier ein entspanntes Leben fernab von Abwrackprämie, globaler Krise und Piraten vor Somalia versprechen.

Und so konnten wir bei Jean (ein kauziger Franzose, eigentlich ständig fluchend: „Pfffff, le merde!“) im schön begrünten Hostel Rendezvous in der Hängematte liegend und bei sensationellem Frühstück, für sechs Tage nicht nur die Seele baumeln lassen. Es gab einen kurzen Ausflug ins private Rumi Wilco Reserve, einen Rundgang durch die umliegenden Dörfer mit Fluß- und Bananenplantagendurchquerung sowie einen Besuch in einer kleinen Panelafabrik. Dazu gab es gutes Essen, wie z.B. frittierte Amazonas-Froschschenkel und eine 1,5-stündigen Massage bei Lola, die trotz ihres Namens seriös gearbeitet hat.

Der erste Eindruck von Ecuador ist so ganz anders als Peru und läßt auf mehr hoffen.

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