Die Mitte der Welt.

1 07 2009

Ort: Quito (ECU)
Zeitunterschied: -7 Std. MEZ
Wetter: wechselhaftes Äquatorialklima

Quito war eine der wichtigsten Städte des Inkareiches und ist wie viele andere Metropolen seiner Zeit von den Zerstörungen alles Heidnischen und den darauf folgenden kolonialen Einflüssen und der Spanier gezeichnet. Daher schlug der Reiseführer auch einen Rundgang durch das koloniale Quito vor, das heute UNESCO Weltkulturerbe ist. So haben sich die Dominikaner, die Franziskaner und Jesuiten dicke Tempel ins Tal vor dem Pinchincha Vulkan bauen lassen und die Kirche La Compañia de Jesus ist wohl heute eine der spektakulärsten Sakralbauten auf dem amerikanischen Kontinent und hat zusammen mit der Kathedrale von Santiago de Chile den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen.

Nicht ganz aus kolonialen Zeiten aber aus dem Jahr 1962 stammt die Peluqueria Amazonas, wo man(n) sich für 3 US$ rasieren oder frisieren lassen lassen kann. Da die Stromspannung in Ecuador nur 120V beträgt, funzt mein Bartschneidegerät nicht mehr, da der Saft zum aufladen nicht reicht. Und das war unbestritten eine der besten Erfahrungen der letzten Monate. Die krawattetragenden Herren, die allesamt im Eröffnungsjahr angefangen haben müssen, sind in dementsprechend betagtem Alter und bemühen sich mit teils tattriger Hand um eine blessurenfreie Nassrasur. Es wird nicht gesprochen, sondern ganz professionell geschwiegen, nur im Hintergrund laufen klassische spanische Chansons. Stilecht.

Ja und dann heißt Ecuador ja nicht Ecuador, weil es so schön klingt, sondern weil es am Äquator liegt. Die Mitte der Welt liegt etwa 25 Km von Quito entfernt und es ist erstaunlich, wie fein diese Linie doch ist. 1736 bestimmte eine französiche geodätische Mission die Lage, verrechnete sich aber um 180 m, so dass das heutige Äquatortouridorf „Mitad del Mundo“ quasi eine Fälschung ist. Im benachbarten Intiñan Museum konnte aber mit neumodischem GPS die genaue Lage bestimmt werden. Es gab einen schöne Demonstration, wie direkt auf dem Äquator das Wasser ohne Strudel abfließt und nur drei Meter nördlich oder südlich, der Strudel gegen oder mit dem Uhrzeigersinn verläuft. Wirklich beeindruckend.

Tja und dann warteten wir im L’Auberge Inn geduldig auf den Dell-Support, der jeden Tag auf’s Neue ankündigte einen Techniker zu schicken. Dummerweise gab es immer wieder neue Probleme und auch diverse Pöbelmails schienen keinen Erfolg zu bringen, so dass wir nach fünf Nächten in Äquatornähe nach Otavalo aufbrachen, um uns den größten Markt Südamerikas anzuschauen.

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