Die zwei Seiten der Medaille.

27 08 2009

Ort: Gold Coast, Brisbane (AUS)
Zeitunterschied: +8 Std. MEZ
Wetter: Sonnig

Ach, welch vielversprechende Namen: Gold Coast, Surfers Paradise! Und ach, welch herbe Enttäuschung. Surfers Paradise an der Gold Coast südlich von Brisbane wurde im letzten Jahr zu Australiens #1 Urlaubsdestination gewählt. Man kann hier wunderschöne Hotels und Apartmenthäuser bewundern, die wie Betonklötze in den Himmel ragen, endlich mal wieder richtig viel Asche in den teuren Restaurants oder Shoppingmalls verbrennen oder den Jahreslohn eines indischen Teppichknüpfers an einem Abend versaufen. Warum waren wir also da?

Naja, wir hatten sowieso nur zwei Nächte eingeplant und die für umme auf der Couch zweier Lesbierinnen in einem Vorort namens Coombabah. Wir hatten ja schon gute Erfahrung mit Jaime und Pablo in Santiago machen können und dachten, dass wir der Goldküste mit lokalem Insiderwissen eine Chance geben könnten. Doch wir hätten eigentlich schon stutzig werden müssen, da das einzige Bild im Couchsurfing-Profil der beiden Mädels ein Bild des Eingangs des Movieworld Themenparks war. Naja, wir wurden herzlich empfangen und sogar vom Busbahnhof abgeholt, doch im schnuckeligen Haus mussten wir erst mal schlucken. Delphinpuzzle, herzförmige Spiegel mit rotem Plüschrahmen, karierte Kissen mit Teddybärbildern und ein Malteser-Hund mit Pullover. So ganz die selbe Wellenlänge war das dann wohl doch nicht. Ziemlich trashig. Für Nikki und Stacee war es das erste Mal, dass sie eine Couch oder bzw. ein Zimmer mit eigenem Bad zur Verfügung stellen würden, doch irgendwie fühlten wir uns wie Lückenfüller eines recht langweiligen Lebens zwischen Glotze und Putzjob. Es soll nicht heißen, dass die beiden nicht nett und hilfsbereit gewesen wären, doch irgendwie hatten die zwei nicht wirklich was zu erzählen.

So kannten die beiden auch nicht den Currumbins Wildpark, der inmitten dieser hässlichen Betonwüste ein grünes Refugium ist und einen schönen Querschnitt durch Australiens endemische Tierwelt beherbergt. Wir konnten faule Koalas beim Nichtstun beobachten, da die Racker um die 20 Stunden am Tag schlafen, es gab eine gut gemachte Vogelshow, bizarre Echidnas, monsterhamster-ähnliche Wombats und putzige Känguruhs natürlich. Volle Punktzahl auf der Niedlichkeitsskala gab es für ein vier Monate altes Jungtier, dass noch bei Muddern im Beutel wohnte, sich aber immer wieder für erste Sprungversuche nach draußen wagte.

Auf dem Rückweg fiel uns dann ein, dass wir uns gar nicht die Adresse unserer Gastgeber haben geben lassen und uns auch beim besten Willen nicht mehr an die Bushaltestelle erinnern konnten, an der wir am Morgen den Bus genommen hatten. Wir, zwei erwachsene Mitteleuropäer mit höherer Schulbildung, im Bus, irrend durchs Dunkel der Nacht im Dschungel der Vororte der Gold Coast. Jedes Mal die selben Fragen der sehr hilfsbereiten Busfahrer und Passagiere. Jedes Mal unsere gleiche peinliche Erklärung: Wir waren „lost“. Totale Erniedrigung. Was wir in sechs Monaten Südamerika nicht geschafft haben, passierte uns hier schon nach zwei Wochen. Doch dank Google Maps auf einem Rechner im Medical Center eines großen Einkaufszentrums konnten wir uns wieder orientieren und ein verständnisvoller Herr fuhr uns dann wieder zu den karierten Kissen mit den Teddybären, wo Nikki und Stacee schon drauf und dran waren eine Vermisstenmeldung rauszuschicken.

Und verlaufen hatten wir uns dann am nächsten Tag schon fast wieder, denn wir waren mit den beiden im Nationalpark direkt hinter dem Haus unterwegs, den die beiden bisher nicht weiter als 500m betreten hatten, obwohl sie schon fast ein Jahr in der Gegend wohnten. Aber das Areal war wirklich sehr schön, mit freilebenden Känguruhs, Koalas in Eukalyptushainen und Mangrovensümpfen. Nach zwei Stunden unaufgeregten Spaziergangs meinten die beiden nur noch, dass sie am Abend gut schlafen werden würden. Na dann.

Danach ging es nach Brisbane, das eigentlich den Ruf einer langweiligen, gewöhnlichen Großstadt ohne Sehenswürdigkeiten hat. Doch selbst die vermeintlich uninteressanteste Stadt kann ganz spannend werden, wenn man die richtigen lokalen Kontakte hat.

Wir hatten mal wieder Asyl auf einer Couch eingereicht und fanden uns in einem 130 Jahre alten Holzhaus im viktorianischen Stil mitten im coolen West End wieder. Das Haus und seine Bewohner hatten durch und durch Charakter, im Wohnzimmer stapelten sich tausende von Schallplatten, die Couch und zwei Sessel waren aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts und der Stil ließe sich wohl am besten mit „charmantes Chaos“ beschreiben. Andrew, der Freund von Lysandra, war leider nicht da, dafür aber Patricia, ein in der Schweiz lebendes Mädel mit spanisch-brasilianischen Wurzeln, die genau wie wir Couchsurf-Gast des Hauses war. Zusammen ging es am Freitag Abend auf ein Konzert von drei australischen Bands im Troubadour, das wir wohl so einfach nicht selber gefunden hätten. Samstag vormittag ging es auf Empfehlung zum bunt gemixten Markt im West End, wo wir doch tatsächlich Clara wieder getroffen haben, die wir im Tayrona Nationalpark in Kolumbien kennengelernt hatten. Am Nachmittag gab es dann wieder ordentlich was auf die Ohren, denn der lokale Radiosender 4ZzZ hatte zum Livegig im Innenhof des Senders geladen. Das hieß Garagenrock zum Nulltarif, billiges Essen und Bier aus dem Schnapsladen nebenan. Sonntag dann noch etwas Brisbane mit Sciencentre und Art Gallery. Alles in allem ein ziemlich gutes Wochenende mit einer guten Gastgeberin, die so ganz anders war als unsere zwei Schnuckis an der Gold Coast.

Wir haben sie gesehen, die zwei verschiedenen Seiten der Couchsurfing-Medaille und eine wichtige Lektion gelernt. Nie die Katze im Sack kaufen und bei jemanden die Couch surfen, der kein Photo von sich im Profil hat. Auch wenn man sich natürlich nicht ein 100%iges Bild machen kann, sagen Photos doch oft mehr als 1000 Worte.

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Angst und Schrecken.

20 08 2009

Ort: Byron Bay (AUS)
Zeitunterschied: +8 Std. MEZ
Wetter: Sonnig mit frischer Brise

Greyhound Busfahrer sehen ganz possierlich aus in ihren kurzen Höschen und den weißen Kniestrümpfen. Und eine ordentliche Prise trockener Humor ist wohl notwendig, um die langen Fahrten mit immer gemischtem Publikum über die Runden zu bringen. So, also endlich mal wieder eine lange Busfahrt. 13 Stunden über Nacht und ein zum Glück nur halbgefüllter Greyhoundbus, so dass man sich auch schön breit machen konnte. Und weil ja hier alles seinen sozialistischen Gang geht, wurde ordnungsgemäß alle Nase lang für eine vorgeschriebene Pause angehalten. Licht an. Bustür auf. Kälte rein. Und das alle drei Stunden. Klingt schön unerholsam und das war es auch.

Umso größer war dann die Freude als wir im Nomads in Byron Bay eincheckten und es hieß es gäbe nicht das online reservierte Zimmer. Das roch nach Überbuchung aber wir hatten Glück und wurden wie im Flugzeug üblich von der Holz- in die Businessklasse geupgradet (Neudeutsch für hochgestuft, Anm. d. Red.), was in unserem Fall Doppelzimmer statt 4-Bett-Schlafsaal hieß. Das war dann auch wirklich ein Glücksfall, denn schon gegen 18 Uhr war der Großteil der jungen Hostelgäste so voll wie ein russischer Schichtbus und der Aufenthaltsraum wandelte sich einen Ort stumpfer Dekadenz. Sodom und Gomorrah mit 4 Promille. Knapp beschürzte Mädchen und schlecht tätowierte Prolls aus dem nahen Brisbane sowie die übliche europäische Backpacker-Klientel ließen sich im besten Hostel Australiens zulaufen (Hostelworld-Ranking, Juni 2009, Anm. d. Red.). Auf der Tischtennisplatte wurden Saufspiele zelebriert, der Lautstärkepegel hätte jedem Oktoberfestzelt alle Ehre gemacht und wir kopfschüttelnd mittendrin. Angst und Schrecken in Byron Bay. Klingt verdammt spießig, oder? Naja sagen wir mal so, mit fortschreitendem Alter spielen etwas mehr Kultur und Stil eine immer gewichtigere Rolle (mal die 3 Tage wach auf dem BAC, With Full Force Festivals und Ausflüge ins Pretty Vacant ausgenommen, Anm. d. Red.) und so war die Schar an 20-jährigen, trinkwütigem Pöbel und Gesocks mehr und mehr anstrengend. Erst recht, wenn einem des Nachts der geräucherte tasmanische Lachs aus dem Kühlschrank in der Gemeinschaftsküche geklaut wird. Den hatte sich der feine Herr nämlich nach langer Abstinenz mal wieder gegönnt. Doch wir zogen schon nach zwei Nächten wie geplant in die nächste Unterkunft um. Dieses Mal mit mehr Kultur und Stil versteht sich.

Was kann Byron Bay sonst noch? Wellen, schöne Strände und hier und da noch ein paar Überreste der Hippiekultur, die früher ein wichtiger Bestandteil der Surfszene war, bevor sich hippe Klamottenmarken wie Billabong, Quicksilver oder auch Rip Curl und damit die übliche Kommerzkultur ins kleine Küstenkaff geschlichen haben. Im August war es allerdings noch recht frisch mit ca. 20 Grad und steifer Brise, so dass es am Beach selbst für Strandschönheiten nicht dauerhaft auszuhalten war, nur die zahlreichen Surfer mit dicken Neoprenanzügen zog es in die Wellen. Daher ging es auf dem Trockenen auf einen schönen Rundgang, an diversen Stränden und dem östlichsten Punkt Australiens vorbei bis zum Leuchtturm von Byron Bay, immer in der Hoffnung einen kurzen Blick auf die vorbeiziehenden Großen Tümmler und Buckelwale zu erhaschen.





Schockzustand.

16 08 2009

Ort: Sydney (AUS)
Zeitunterschied: +8 Std. MEZ
Wetter: Frühlingshaft

Nach 22 Stunden Reisezeit mit Zwischenstop in Auckland waren wir also Down Under. Der Zoll stand überall mit erhobenen Zeigefinger und so machten wir auf der Einreisekarte brav unsere Kreuzchen bei Holzprodukten, Lebensmittel und Insekten. Denn ich hatte noch eine Charge Riesenarsch-Ameisen dabei, die überraschenderweise nicht eingeführt werden durften. Viele Länder sind mittlerweile recht paranoid, was die Einfuhrbestimmungen bei Lebensmitteln oder Getier angeht. Aber es sind nun mal die klassischen Krankheitswirte oder Träger von Samen, die die lokale Vegetation oder Fauna systematisch fertig machen. Australien hat sich ja schon mit der Ansiedlung von Füchsen und Kaninchen keinen Gefallen getan und jetzt schafft es nicht mal mehr ein harmloser Apfel über die Grenze. Denn den haben nämlich immer die Deutschen dabei, sagte der Zoll.

Eva’s Backpackers
wurde unser erstes Zuhause für drei Nächte in Sydney und hatte uns einen kostenlosen Transfer vom Flughafen zum Hostel offeriert. Wir checkten also in unser Doppelzimmer ohne Bad ein, das teurer war als jedes Hostel zuvor in Südamerika. Da mussten wir schon erst mal schlucken. So richtig heftig wurde es aber dann beim ersten Besuch im „günstigen“ Woolworths Supermarkt. OMFG („Oh my fucking godness“, informaler Ausdruck des bestürzt seins, Anm. d. Red.), irgendwie schien alles mindestens das Doppelte, wenn nicht sogar das Zehnfache, wie in den letzten Monaten zu kosten. Schockzustand. Selbst wenn wir immer selber kochen würden, würden wir noch teurer kommen, als in Südamerika, wo es paradoxerweise oft günstiger war essen zu gehen, als selber zu kochen. Die Meßlatte liegt nun mal nicht mehr auf europäischer bzw. deutscher Höhe, sondern auf der von Kolumbien oder den anderen südamerikanischen Ländern. Das Angebot widerum ist sehr europäisch, nach langer Zeit gibt es mal wieder eine große Auswahl an Brot, Wurst und Käse.

Australien hat aber ja bekanntlich in erster Linie britische Wurzeln. Gefangenkolonie usw. Die Geschichten kennt man ja. Schön weit weg, an den Arsch der Welt. Das hieß aber auch für folgende Generationen, das alles, was nicht vor Ort ausreichend produziert und angebaut werden kann, importiert werden muss. Und Australien hat nicht viel fruchtbares Land. Im Südwesten gibt’s den Weizengürtel, Wein ist ein Exportschlager und durch die Abermillionen Schafe gibt es auch genug Wolle. Doch darüberhinaus hat es der Kontinent schwer, aus eigener Hand die 20 Millionen mit allen Annehmlichkeiten der Ersten Welt zu versorgen. Und natürlich sind auch australische Produkte nicht günstig. Die Lohnkosten sind hoch, denn es wollen ja Horden deutscher Abiturienten und Studenten, die sich in den Obstminen die Finger wund pflücken, bezahlt werden, Wasser ist ein kostbares Gut, der relativ unfruchtbare Boden verlangt nach einem kostpieligen Düngemitteleinsatz und die australischen Viehwirte ruinieren sich mit Überweidung weiterhin ihren Boden, der so oder so schon durch Versalzung, Verwüstung und die Folgen jahrelanger subventionierter Waldabholzung gezeichnet ist. Australien ist nicht das blühende Paradies, wie man es sich vorstellen möchte.

Was aber wirklich auffällt, sind die geleckten Straßen. Es ist wirklich alles unfassbar sauber, geordnet, durchgestylt. Aber Lifestyle wird ja hier ganz groß geschrieben. Die Australier wären wohl in jeder Mediastudie sogenannte LOHAs (LOHA = Lifestyle of Health and Sustainability, Anm. d. Red.), denn man hat den Eindruck, dass einem rund um die Uhr Jogger begegnen, von Postern in der Innenstadt wird man zum Müllvermeiden angehalten und ein gesunder Lebensstil scheint als Volkssport zu gelten. Was fällt noch auf? Wir können wieder das Klopapier in die Schüssel werfen, da nicht sofort Verstopfungsgefahr besteht, wie auf dem ganzen südamerikanischen Kontinent. Okay der Linksverkehr hätte uns auch erwischt, wenn wir direkt aus Deutschland angereist wären. Aber auf den ersten Blick und nach den ersten Tagen fehlt uns irgendwie das charmante Chaos, die hektische Geschäftigkeit auf den Straßen und Märkten, die rasanten Busfahrten, ein anderes Reisevolk.

Mit diesem Kontinent müssen wir erst noch warm werden, was nicht nur bedeutet, dass wir gen Norden fahren werden, dem warmen Wetter entgegen. Denn auch bei unserem nächsten Stop Byron Bay, einem Surfermekka, ist es noch recht schattig, weil der Sommer erst im Anmarsch ist und noch eine frische Brise weht. Wir haben uns einen Greyhound Buspass für die Ostküste zugelegt, mit dem wir die knapp 3.800 Km zwischen Sydney und Cairns recht flexibel bereisen können.

Ach so ja, Sydney. Die Oper steht immer noch und die billigste Besichtigungstour kostet 35AU$. Für umme gibt’s den abwechslungsreichen Königlichen Botanischen Garten mit krächzenden Gelbhaubenkakadus, krummschnabeligen Ibissen und Papageien. Die NSW Art Gallery wurde auch bestaunt, sowie das gekünstelte Chinatown. Überhaupt verdammt viele Asiaten. Naja wir kommen ja nochmal wieder und dann hoffentlich mit ein paar guten Empfehlungen im Gepäck.





Bergfest.

12 08 2009

So. Das war’s nun also. Der Drops mit Geschmacksrichtung Südamerika ist gelutscht. Projekt 365 hat Halbzeit. Oder Bergfest, wie es ja auch gern genannt wird. Und vielleicht ist dieser Begriff ja auch der passendere, denn wie bei der Besteigung eines Berges haben wir mit Kolumbien, der letzten unser bisherigen Stationen, den Gipfel erreicht. Doch schöne Analogie hin oder her, es war nicht nur dieses Land, das uns unvergeßliche Momente, Erfahrungen und Erlebnisse bereitet hat.
 
Eine Liebeserklärung an einen Kontinent:

Argentinien (36 Tage)
Wir haben den Tango in den Straßen der pulsierenden Metropole Buenos Aires erlebt. Wir waren in Ushuaia am Ende der Welt und haben uns das raue Klima Feuerlands ins Gesicht peitschen lassen. Wir sind auf dem sich ständig verändernden Eisplaneten namens Perito Moreno Gletscher spaziert. Wir haben Wein in Mendoza genossen, das beste Fleisch gegessen (naja Dina hat mit zumindest gern dabei zugesehen) und haben die einzigartige Landschaft Nordargentiniens mit ihren bizarren Steinformationen und Kaktuswäldern durchquert.

Chile (28 Tage)

Der Torres del Paine Nationalpark wurde mit vollem Gepäck durchwandert und hat uns eine erste Grenzerfahrung beschert. Wir sind deutschen Spuren in der Seenregion gefolgt und haben sensationellen Kuchen gegessen, wilde Murtas am Fuße des Osorno Vulkans gepflückt, die einsame Küste des Pazifiks auf der Insel Chiloé zu schätzen gelernt und uns in Santiago beklauen lassen.

Bolivien (34 Tage)
Die ursprünglichsten Erlebnisse, die größte Vielfalt und das was man vielleicht als „das echte Südamerika“ bezeichnen möchte, gab es im ärmsten Land des Kontinents. Das teils surreal wirkende Altiplano, eine Landschaft aus Eis und Feuer, Wind und Salz; La Paz, das nicht nur die höchste, sondern auch die chaotischste Hauptstadt ist, die weiße Stadt Sucre, die üppig grünen Hügel im Cocaland und unsere unvergesslichen Ausflüge in Pampas und Dschungel im tropischen Norden.

Peru (20 Tage)
Mit den Nachfahren der Inka sind wir leider nicht warm geworden. Trotzdem haben sich mit Machu Picchu und den Nasca-Linien Jugendträume erfüllt. Ansonsten gingen uns die meisten ziemlich auf den Sack, die aggressiven Peruaner im touristischen Süden waren nach den eher distanzierten Bolivianern eher unangenehm.

Ecuador (17 Tage)
Nur 17 Tage und die Gegend, der wir gern noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätten, da uns Land und Leute positiv in Erinnerung geblieben sind. Das entspannte Vilcabamba im Tal der Langlebigkeit, die originalen Märkte in den Andendörfern, die Äquatorüberquerung an der Mitte der Welt und eine Rasur bei der ältesten Frisierstube Quitos.

Kolumbien (40 Tage)
Die Tatsache, dass wir Kolumbien zuerst gar nicht auf dem Schirm hatten und dann doch die meiste Zeit in diesem wunderbaren Land verbrachten, sagt eigentlich schon alles. Es war das erste Land in dem wir nicht nur symbolisch mit einem Lächeln, sondern auch wortwörtlich mit einem herzlichen „Bienvenidos“ Willkommen geheißen wurden. Die Kolumbianer sind einfach ein schneidiges Völkchen, unfassbar hilfsbereit und schon teilweise ekelhaft freundlich. Hier hat die Mischung aus Land und Leuten einfach am besten gestimmt. Die Zeit verflog einfach wie im Flug. Denn auch wenn wir in den sechs Wochen vieles gesehen haben, haben wir auch auf einiges verzichten müssen. Im Tayrona konnten nicht so lang bleiben wie geplant, für eines der letzten Abenteuer in Südamerika, der Trek zur Ciudad Perdida, waren wir zu schwach, für einige versteckte Juwelen wie Mompox oder die pazifische Ostküste fehlte uns einfach die Zeit, den Besuch der Salzkathedrale Zipaquira haben wir deshalb gleich auf’s nächste Mal vertagt. Wir kommen nämlich wieder.
 
 
Doch auch für Statistikfreunde mal ein paar harte Fakten:

8 offizielle Länder wurden mit Stempel im Pass verbrieft plus ein mysteriöses Land namens Machu Picchu. Wir haben 175 Tage auf dem südamerikanischen Kontinent verbracht und dabei in über 50 verschiedenen Hostels, Hütten oder Zeltplätzen genächtigt. Um dorthin zu kommen haben wir etwa 15.000 Km in und auf Bussen, Jeeps und Taxis verbracht. Das hieß 350 teils nervenaufreibende und stressige Stunden in besagten Fortbewegungsmitteln zu Land (Projekt365 hat somit netto 14 Tage fahrend verbracht), bei einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von ca. 43 Km/h. Doch auch in der Luft wurde gereist: 19.000 Km im Flugzeug, bei nur 25 Stunden in der Holzklasse und somit marginal schneller als zu Land. Wir mussten 2x ins Krankenhaus, beide Male im fortschrittlichen Industriestaat Bolivien. Über 9.000 Photos wurden geschossen. Und nicht zu vergessen die unzähligen Wanzenbisse.
 
 
Auch kulinarisch war Südamerika eine Offenbarung:
 
Auf den zahlreichen Märkten, Restaurants und Saftläden fiel uns immer wieder mal etwas Neues vor die Füße und wir haben versucht soviel zu probieren, wie es Neugier, Ekelgrenze und Moral zuließen. Den frischen Frosch-Shake aus dem Mixer auf dem Markt in Cusco (Peru) hätte selbst ich nicht herunterbekommen. Obwohl für mich natürlich gerade die exotischen Schmankerl die kulinarischen Höhepunkte waren. Angefangen mit Königskrabbe aus patagonischen Gewässern, über Lama- und Alpakafleisch im Andenhochland, den krokanten Meerschweinchen in Peru, frittierten Schenkeln von Amazonasfröschen in Ecuador bis hin zu den gerösteten Riesenarsch-Ameisen aus Kolumbien. Das war schon was feines.

Na gut, für Dina war es schon oft ein hartes Brot etwas vernünftiges Vegetarisches zu essen zu finden. Die lokale Küche war in der Regel sehr fleischlastig, aber es gab auch viele pflanzliche Neuentdeckungen, wie Quinoa, Amaranth oder Yucca, oder solche, die maximal über leckeres Fruchtfleisch verfügten.

Hier mal ein Liste an probierten Früchten zum angeben:

Chirimoya (Zimtapfel), Babaco (Berg-Papaya), Papaya Arequipeña, Platano Manzana, Lulo (Naranjilla), Guave (Guayaba), Zapote, Níspero (Japanische Wollmispel), Feijoa (Brasilianische Guave), Guanabana (Stachelannone), Achotillo (Rambutan), Tomate de Arbol (Baumtomate), Tumbo (Curuba), Lucuma, Maracuyá (Passionsfrucht), Murta (Chilenische Guave), Pepino (Melonenbirne), Grenadilla.

Ich durfte zudem über 35 neue Biersorten kennenlernen und habe dabei vor allem das kolumbianische Club Colombia (aus der Brauerei Bavaria, die wie der Name vermuten lässt, von einem Deutschen gegründet wurde, Anm. d. Red.)), das chilenische Baguales und das argentinische Bier der argentinischen Kleinstbrauer in El Bolson schätzen gelernt. Aber die heimatlichste Begegnung gab es sicherlich in der Brauerei Kunstmann in Chile, da der alte Kunstmann aus einem Nachbardorf meiner Kindheit kam.
 
 
Doch was uns sicherlich auch mehr als verblüfft hat, war das gehobene Interesse am Projektblog. Mittlerweile gibt es über 45.000 Klicks auf der Seite, über 100 Newsletterabonnenten oder die mehr als 120 Kommentare zu den etwa 70 Artikeln. Die Redaktion möchte hiermit ihr Wohlwollen ausdrücken und sich auch bei der Firma Google bedanken, die ihre Kunden immer wieder mit tollen Suchanfragen auf unsere Seite leitet. „Kokain besorgen Düsseldorf“, „heiter Erlebnisse mit Meerschweinchen“ oder auch „Frauen kacken Wald“ waren dabei nur einige wenige Highlights.
 
 
Danke für euer Interesse. Bleibt uns gewogen.

Dina & Matze. In 365 Tagen um die Welt.
 
 
horst sepp





Jaime und Pablo.

11 08 2009

Ort: Santiago de Chile (COL)
Zeitunterschied: -6 Std. MEZ
Wetter: Winterlich, naja zumindest für südamerikanische Verhältnisse

Die Vorzeichen standen nicht gut, als die Tante am Check-In meinte unsere Tickets wären ungültig. Nach dem Theater mit der Buchung der Tickets bei unseren südlichen Nachbarn, hatte ich kurzfristig Schaum vorm Mund und war schon dabei den Einmarsch nach Österreich zu befehlen, als dann doch Entwarnung kam, dass alles okay sei. Erfreulich war allerdings, dass wir mit unseren Papiertickets noch ein Phantasiesteuer im Gegenwert von etwa 20€ pro Person erstattet bekommen haben. Doch wie gewonnen, so zerronnen, denn an der Sicherheitsschleuse hatte ich mich dann für den Titel „Obst der Woche“ qualifiziert, da ich noch mein geliebtes Schweizer Offiziersmesser in der Messertasche meiner Hose stecken hatte und die Security ja bekanntlich immer bei Hieb- und Stichwaffen im Flugzeug rumzickt. Da half auch kein Doofstellen, als sie immer wieder mit recht unverständlichen Englisch („knight, knight, knight, statt knife…“) auf den Rucksack deuteten, wo das Messer mittlerweile hin gewandert war. Trauer, es war nichts zu machen. Ich hatte ja insgeheim ein wenig auf das Chaos gehofft, denn das Computersystem des Zolls war ausgefallen und es gab eine Monsterschlange mit panischen Passagieren, die Angst hatten ihren Flug zu verpassen. Wir hatten noch eine Stunde Zeit und sind dann überraschend pünktlich in den kolumbianischen Nachthimmel gestartet.

Der Touchdown in Santiago konnte zu einem unsportlichen 5 Uhr morgens vermeldet werden. Die Nacht im Flieger war unerholsam, da halfen auch Bier und Wein nichts. Und wir hatten ein Problem. Denn wir würden das erste Mal eine Couch surfen, wurden von unserem Gastgeber erst 17 Uhr erwartet und waren ziemlich durch den Wind. Doch im März waren wir ja schon einmal Santiago und nach kurzer Rücksprache erklärte sich unser damaliges Hostel bereit, uns im TV Raum vagabundieren zu lassen, uns eine Mütze Schlaf zu genehmigen und danach noch eine Dusche. Superlieb.

Am Nachmittag trafen wir dann auf Jaime und Pablo, unser Hosts für die nächsten zwei Nächte. In einer kleinen 2-Raumwohnnung mitten im Zentrum nahe der Plaza de Armas machten wir also unsere erste Erfahrung mit wildfremden Menschen, die ihre Couch für widerum sie wildfremde Menschen zur Verfügung stellen. Und es hätte keine bessere erste Erfahrung mit dem Couchsurfing Projekt für uns sein können. Jaime und sein Partner Pablo waren zwei wirklich einzigartige Zeitgenossen. Sie erinnerten an ein altes Ehepaar, dass komisch war, ohne komisch sein zu wollen. Vor allem Jaime trug das Herz auf der Zunge und war sehr an anderen Kulturen und Menschen interessiert. Gleich am ersten Abend haben wir zusammen ein Öttinger-Weizen auf der Couch verköstigt und noch bis spät zusammen gesessen. Und auch am zweiten gab es viel Spaß mit Sushi, Kunstmann Bier und „Wir können die Peruaner nicht leiden“-Geschichten. Wobei man Peruaner auch beliebig durch Argentinier, Brasilianer und Bolivianer austauschen konnte. Herrlich. Alles natürlich mit einem Augenzwinkern.

So hatten wir doch noch eine gute Santiago-Erfahrung nachdem uns ja beim ersten Besuch das Portemonnaie geklaut worden war. Und schön war auch die Fast-Food-Fressmeile an der Plaza de Armas und so langsam dürfte auch klar sein, warum die Chilenen zu den dicksten Menschen unseres schönen Planeten zählen.

Und apropos Planet, auf dem Weg ins weite Australien ging es dann ein ganzes Stück gen Westen. Am 2. August sollte es losgehen und wir würden erst am 4. August landen. Verdammte Datumsgrenze. Unterm Strich würden uns 14 Stunden durch die Lappen gehen. Die Redaktion von Projekt 365 zeigt sich allerdings nicht gewillt den Namen in Projekt 364 ca. 1/3 umzubenennen.

Tschüß bis Down Under.





Gold.

7 08 2009

Ort: Bogotá (COL)
Zeitunterschied: -7 Std. MEZ
Wetter: Erschreckend frisch

In Bogotá sollte es also endlich Ligafußball im Stadion geben. Die neue Saison hat gerade begonnen und Millionarios, der große Hauptstadtclub und 13-malige Meister, sah sich Tolima gegenüber. Wieder mal Unstimmigkeiten gab es wegen der Anstoßzeit. Meine Sportseite im Internet sagte 20 Uhr, der erste Taxifahrer 18:30 Uhr, die Hosteltante es hätte schon begonnen und der zweite Taxifahrer auf dem Weg zum Stadion 18:45 Uhr. Das Spiel wurde dann 18 Uhr angepfiffen und wir waren nach Kauf zweier Schwarzmarktkarten 7 Minuten nach Anpfiff endlich im Stadion. Knapp 24.000 Zuschauer im Estadio Nemesio Camacho, das auch El Campín genannt wird und eine Bombenstimmung in den zwei Stehplatzblöcken in den Kurven hinter den Toren und auch auf der Gegentribüne. Der Mob sprang und sang fast 90 Minuten durch, es gab eine kleine Kapelle, die Ausführenden der Eckstöße wurden von drei Polizisten in Darth-Vader-Uniform und Schutzschilden vor Wurfgeschossen abgeschirmt, Telefonbücher wurden für Papierschnipsel zerrissen und flogen als Konfettiregen über die Fans und es war eine super Stimmung, obwohl die Ränge nur halb voll waren. Nur auf dem Platz ging bei den Millios überhaupt nichts zusammmen. 80% Ballbesitz und unzählige Torschüsse auf Seiten der Bogotaner, doch am Ende hieß der Sieger Tolima, die mit 2:0 gewannen und sehr effizient mit ihren Chancen umgingen. Fünfmal wurde auf’s Tor gezielt und zweimal wurde eingenetzt. Ansonsten war das nichts fürs Fußballerherz, pomadiger Spielaufbau, unzählige Abspielfehler, blinde Flanken in der 16er und fehlendes technisches Grundverständnis. Aber der Pöbelmob auf den Rängen war gut und ich konnte endlich das ersehnte Spiel im Stadion sehen. Leider hatten wir in der Hektik die Kamera vergessen und so gibt es keinen Videobeweis.

Bogotá ist keine Perle unter den Hauptstädten Südamerikas, seit langer Zeit sieht man wieder einmal Obdachlose, den Verkehr kann man nur als Dauerstau beschreiben und dann ist auch noch das Wetter Scheiße. Und trotzdem gab es ein paar Schätze zu entdecken. Das Altstadtviertel Candelaria hat eine Unzahl an interessanten Cafés und Bars, es gibt endlich mal wieder ein große Auswahl an vernünftigen Lokalen und auch kulturell ist die Hauptstadt ganz weit vorn dabei.

Des Herrn Andy Warhol ihm seine Werke waren im Museum der Nationalbank zu bewundern, nebenan gab es eine vielfältige Botero Kollektion zu bestaunen, aber das absolute Nonplusultra aller Museen dieses Universums war definitiv das Goldmuseum. Zuerst mal bekamen wir ob der Menge an glänzenden Exponaten die Kinnlade nicht wieder hoch und zudem waren die präkolumbianischen Stücke, die aus der Zeit stammen, als Kolumbien noch nicht Kolumbien hieß und von vielen kleineren Kulturen beherrscht wurde, so professionell und anschaulich präsentiert, dass keine Wünsche und Fragen offen blieben. Wirklich spektakulär.

Wirklich unspektakulär war unser Ausflug zur deutschen Botschaft, um unsere Papiertickets für den Flug Bogotá nach Santiago abzuholen. Was die Botschaft macht jetzt auch auf Reisebüro? Nein, nicht ganz, sondern eher als Briefkurier der Herzen. Wir hatten online bei STA Travel Österreich eTickets für den besagten Flug geordert und auf einmal hieß es, sie könnten keine elektronischen Tickets ausstellen und ob sie nicht die Tickets nach Düsseldorf schicken könnten. Nach etwa 100-maligem Mailverkehr hatten sie dann begriffen, dass das nicht so einfach geht. Und auch im Folgenden waren unsere Freunde aus Bergdeutschland ein wunderbares Beispiel für Behäbigkeit und „No-can-do“-Attitude und waren keine Hilfe bei der Lösung des Problems. Aber die Schluchtenscheißer mögen ja wohl eh keine Piefkes. So waren wir wieder froh, dass wir das Auswärtige Amt, den Botschaftskurier und eine nette Dame der deutschen Botschaft in Bogotá für uns gewinnen konnten, die Tickets anzunehmen. Für einen Schmunzler sorgten allerdings die Sicherheitsmaßnahmen im Botschaftsgebäude, denn durchsucht wurden wir nicht, aber es wurde Fieber gemessen. Die Angst vor der Schweinegrippe scheint wohl doch höher als vor Attentaten zu sein. Willkommen im 21. Jahrhundert.

Mit dieser Aktion wurde aber auch der vorletzte Akt auf dem südamerikanischen Kontinent eingeläutet. Und so sehr wir uns auch bemühen mit einem lachenden und nur einem weinenden Auge zu gehen, wird uns dieser Abschied schwer fallen.





Die geile Katze.

6 08 2009

Ort: Villa de Leyva (COL)
Zeitunterschied: -7 Std. MEZ
Wetter: Frisch aber sonnig

Wir dachten wir könnten einfach mal gegen 14 Uhr zum Busbahnhof in San Gil und von dort eben kurz die vier Stunden über Tunja nach Villa de Leyva fahren. Doch falsch gedacht. Zuerst mal hieß es, der Bus würde in 15 Minuten kommen, wobei einem bei Zeitangaben an Busbahnhöfen ja meistens ins Gesicht gelogen wird und der Bus oft erst abfährt, wenn auch genug Passagiere an Bord sind. Gegen 16 Uhr kam dann auch schon der Bus und es ging nach Tunja. Als dann mit der Zeit klar wurde, dass es ab dort keine Verbindung mehr gen Villa de Leyva geben sollte, wollten wir uns einfach mal überraschen lassen, wie diese kleine Odyssee wohl enden würde. Es gab also keinen Bus mehr und ein freundlicher Taxifahrer wollte ungefähr eine Million Euro in kleinen Scheinen. Mit etwas Glück gabelte uns dann ein anderer Microbus auf, der nicht direkt an unser Ziel aber an einen nahegelegenen Ort vorbeifuhr, wo es kein Problem sein sollte Transport nach Villa zu bekommen. War es aber. Wir wurden an einer Tankstelle im Nachbarort rausgelassen, von wo uns kein Mensch ein Taxi rufen konnte. Wir mussten also warten bis irgendjemand vorbei kommen würde, der uns einen Lift ins Colombian Highlands Hostel geben würde. Naja, nach einer halben Stunden hatten wir sogar Glück und ein Familienvater hat mit uns nochmal gutes Geld gemacht. Inzwischen war es auch schon 22 Uhr und sehr frisch an den Beinen in den kurzen Hosen.

Villa de Leyva ist wie Barichara ein weiteres sehr gut erhaltenes Kolonialdörfchen, nur touristischer, da es das Wochenend-Refugium der Bogotaner ist, die ja gleich um die Ecke hausen. Es hat den größten gepflasterten Platz in ganz Südamerika und es gibt sogar eine „Dorfkneipe“, wo Weizenbier ausgeschenkt wird.

Aber auch die Umgebung hatte so einiges zu bieten. Und so liehen wir uns im Hostel Fahrräder aus, um eine 20 Km Tour zu den nahen Attraktionen zu machen. Nachdem wir bei stahlblauen Seen pausiert hatten, ging es zu einer Straußenfarm, wo 130 große und kleine Vögel einem Ökotourismus-Projekt zum Opfer gefallen sind und heute ein Dasein als Schauobjekt fristen. Die aus Südafrika importierten, größten Laufvögel der Welt, sind wirklich ganz possierliche Tierchen, die ganz gern mal nach Touristenhänden schnappen, da dort Futter vermutet wird. Und wenn man sich an den putzigen Rackern genug erfreut hat, kann man danach im farmeigenen Restaurant einen schönen Hamburger aus Straußenfleisch essen, was Dina wirklich sehr erfreute. Danach ging es an botanischem Wüstengarten, Fossilien von großen und kleinen mittlerweile ziemlich toten Meeresbewohnern und alten Ruinen der Muisca-Kultur wieder zurück nach Villa, wo wir noch die Nacht blieben uns aber noch mehrere Tage an einem schmerzenden Hintern erfreuen konnten.

Eigentlich war das Hostel noch einmal als kleiner Erholungsort in freundlichen, wenn auch frischen, Klimaten gedacht, bevor es in die 7 Millionen Einwohner Hauptstadt Bogotá und dann weiter in Chiles Kapitale Santiago gehen sollte. Wenn da nicht diese geile Katze gewesen wäre, die uns wirklich jede der vier Nächte mit nervenzerreissendem Gejaule den Schlaf geraubt hat. Da halfen auch keine Wasserattacken oder wildes Arm schwenken, das Drecksvieh kam immer wieder, um uns zu terrorisieren. Nein, wir mögen keine Katzen.