Die geile Katze.

6 08 2009

Ort: Villa de Leyva (COL)
Zeitunterschied: -7 Std. MEZ
Wetter: Frisch aber sonnig

Wir dachten wir könnten einfach mal gegen 14 Uhr zum Busbahnhof in San Gil und von dort eben kurz die vier Stunden über Tunja nach Villa de Leyva fahren. Doch falsch gedacht. Zuerst mal hieß es, der Bus würde in 15 Minuten kommen, wobei einem bei Zeitangaben an Busbahnhöfen ja meistens ins Gesicht gelogen wird und der Bus oft erst abfährt, wenn auch genug Passagiere an Bord sind. Gegen 16 Uhr kam dann auch schon der Bus und es ging nach Tunja. Als dann mit der Zeit klar wurde, dass es ab dort keine Verbindung mehr gen Villa de Leyva geben sollte, wollten wir uns einfach mal überraschen lassen, wie diese kleine Odyssee wohl enden würde. Es gab also keinen Bus mehr und ein freundlicher Taxifahrer wollte ungefähr eine Million Euro in kleinen Scheinen. Mit etwas Glück gabelte uns dann ein anderer Microbus auf, der nicht direkt an unser Ziel aber an einen nahegelegenen Ort vorbeifuhr, wo es kein Problem sein sollte Transport nach Villa zu bekommen. War es aber. Wir wurden an einer Tankstelle im Nachbarort rausgelassen, von wo uns kein Mensch ein Taxi rufen konnte. Wir mussten also warten bis irgendjemand vorbei kommen würde, der uns einen Lift ins Colombian Highlands Hostel geben würde. Naja, nach einer halben Stunden hatten wir sogar Glück und ein Familienvater hat mit uns nochmal gutes Geld gemacht. Inzwischen war es auch schon 22 Uhr und sehr frisch an den Beinen in den kurzen Hosen.

Villa de Leyva ist wie Barichara ein weiteres sehr gut erhaltenes Kolonialdörfchen, nur touristischer, da es das Wochenend-Refugium der Bogotaner ist, die ja gleich um die Ecke hausen. Es hat den größten gepflasterten Platz in ganz Südamerika und es gibt sogar eine „Dorfkneipe“, wo Weizenbier ausgeschenkt wird.

Aber auch die Umgebung hatte so einiges zu bieten. Und so liehen wir uns im Hostel Fahrräder aus, um eine 20 Km Tour zu den nahen Attraktionen zu machen. Nachdem wir bei stahlblauen Seen pausiert hatten, ging es zu einer Straußenfarm, wo 130 große und kleine Vögel einem Ökotourismus-Projekt zum Opfer gefallen sind und heute ein Dasein als Schauobjekt fristen. Die aus Südafrika importierten, größten Laufvögel der Welt, sind wirklich ganz possierliche Tierchen, die ganz gern mal nach Touristenhänden schnappen, da dort Futter vermutet wird. Und wenn man sich an den putzigen Rackern genug erfreut hat, kann man danach im farmeigenen Restaurant einen schönen Hamburger aus Straußenfleisch essen, was Dina wirklich sehr erfreute. Danach ging es an botanischem Wüstengarten, Fossilien von großen und kleinen mittlerweile ziemlich toten Meeresbewohnern und alten Ruinen der Muisca-Kultur wieder zurück nach Villa, wo wir noch die Nacht blieben uns aber noch mehrere Tage an einem schmerzenden Hintern erfreuen konnten.

Eigentlich war das Hostel noch einmal als kleiner Erholungsort in freundlichen, wenn auch frischen, Klimaten gedacht, bevor es in die 7 Millionen Einwohner Hauptstadt Bogotá und dann weiter in Chiles Kapitale Santiago gehen sollte. Wenn da nicht diese geile Katze gewesen wäre, die uns wirklich jede der vier Nächte mit nervenzerreissendem Gejaule den Schlaf geraubt hat. Da halfen auch keine Wasserattacken oder wildes Arm schwenken, das Drecksvieh kam immer wieder, um uns zu terrorisieren. Nein, wir mögen keine Katzen.

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One response

10 08 2009
Anne-Kathrin Kern

Hallöchen ihr zwei,
habe gerade herzlich gelacht als ich das mit der Katze gelesen habe, die hatte an euch einen Narren gefressen. Hoffentlich habt ihr den Schlaf nachgeholt, aber ihr seit jung, frisch und unbedarft, da beschäftigt man sich nachts mit schöneren Dingen und dieses kleine störende Mistvieh hat euch hoffentlich dazu verholfen, ha ha ha.

Annchen grüßt Dina und Matthias, passt auf euch auf

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