Jaime und Pablo.

11 08 2009

Ort: Santiago de Chile (COL)
Zeitunterschied: -6 Std. MEZ
Wetter: Winterlich, naja zumindest für südamerikanische Verhältnisse

Die Vorzeichen standen nicht gut, als die Tante am Check-In meinte unsere Tickets wären ungültig. Nach dem Theater mit der Buchung der Tickets bei unseren südlichen Nachbarn, hatte ich kurzfristig Schaum vorm Mund und war schon dabei den Einmarsch nach Österreich zu befehlen, als dann doch Entwarnung kam, dass alles okay sei. Erfreulich war allerdings, dass wir mit unseren Papiertickets noch ein Phantasiesteuer im Gegenwert von etwa 20€ pro Person erstattet bekommen haben. Doch wie gewonnen, so zerronnen, denn an der Sicherheitsschleuse hatte ich mich dann für den Titel „Obst der Woche“ qualifiziert, da ich noch mein geliebtes Schweizer Offiziersmesser in der Messertasche meiner Hose stecken hatte und die Security ja bekanntlich immer bei Hieb- und Stichwaffen im Flugzeug rumzickt. Da half auch kein Doofstellen, als sie immer wieder mit recht unverständlichen Englisch („knight, knight, knight, statt knife…“) auf den Rucksack deuteten, wo das Messer mittlerweile hin gewandert war. Trauer, es war nichts zu machen. Ich hatte ja insgeheim ein wenig auf das Chaos gehofft, denn das Computersystem des Zolls war ausgefallen und es gab eine Monsterschlange mit panischen Passagieren, die Angst hatten ihren Flug zu verpassen. Wir hatten noch eine Stunde Zeit und sind dann überraschend pünktlich in den kolumbianischen Nachthimmel gestartet.

Der Touchdown in Santiago konnte zu einem unsportlichen 5 Uhr morgens vermeldet werden. Die Nacht im Flieger war unerholsam, da halfen auch Bier und Wein nichts. Und wir hatten ein Problem. Denn wir würden das erste Mal eine Couch surfen, wurden von unserem Gastgeber erst 17 Uhr erwartet und waren ziemlich durch den Wind. Doch im März waren wir ja schon einmal Santiago und nach kurzer Rücksprache erklärte sich unser damaliges Hostel bereit, uns im TV Raum vagabundieren zu lassen, uns eine Mütze Schlaf zu genehmigen und danach noch eine Dusche. Superlieb.

Am Nachmittag trafen wir dann auf Jaime und Pablo, unser Hosts für die nächsten zwei Nächte. In einer kleinen 2-Raumwohnnung mitten im Zentrum nahe der Plaza de Armas machten wir also unsere erste Erfahrung mit wildfremden Menschen, die ihre Couch für widerum sie wildfremde Menschen zur Verfügung stellen. Und es hätte keine bessere erste Erfahrung mit dem Couchsurfing Projekt für uns sein können. Jaime und sein Partner Pablo waren zwei wirklich einzigartige Zeitgenossen. Sie erinnerten an ein altes Ehepaar, dass komisch war, ohne komisch sein zu wollen. Vor allem Jaime trug das Herz auf der Zunge und war sehr an anderen Kulturen und Menschen interessiert. Gleich am ersten Abend haben wir zusammen ein Öttinger-Weizen auf der Couch verköstigt und noch bis spät zusammen gesessen. Und auch am zweiten gab es viel Spaß mit Sushi, Kunstmann Bier und „Wir können die Peruaner nicht leiden“-Geschichten. Wobei man Peruaner auch beliebig durch Argentinier, Brasilianer und Bolivianer austauschen konnte. Herrlich. Alles natürlich mit einem Augenzwinkern.

So hatten wir doch noch eine gute Santiago-Erfahrung nachdem uns ja beim ersten Besuch das Portemonnaie geklaut worden war. Und schön war auch die Fast-Food-Fressmeile an der Plaza de Armas und so langsam dürfte auch klar sein, warum die Chilenen zu den dicksten Menschen unseres schönen Planeten zählen.

Und apropos Planet, auf dem Weg ins weite Australien ging es dann ein ganzes Stück gen Westen. Am 2. August sollte es losgehen und wir würden erst am 4. August landen. Verdammte Datumsgrenze. Unterm Strich würden uns 14 Stunden durch die Lappen gehen. Die Redaktion von Projekt 365 zeigt sich allerdings nicht gewillt den Namen in Projekt 364 ca. 1/3 umzubenennen.

Tschüß bis Down Under.

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