London whiteout.

3 02 2009

Okay, Wetter! Soviel Schnee wie seit 18 Jahren nicht mehr ausgerechnet an dem Tag an dem wir nach BsAs wollten. Die Flip Flops schon im Handgepäck und dann Kommando zurück.

Also eingeschneit in London, kaum ÖPNV, mittlerweile 15cm Schnee – was tun?

Auf nach Camden. Während die Innenstadt durch fancy Geschäfte glänzen kann, hat Camden und speziell die Chalk Farm Road vor allem Punkrock zu bieten. In dem lebendigen Viertel finden sich der Electric Ballroom, viele Szeneläden und viel Flair. Und an diesem beschaulichen Wintertag konnte die einheimische Bevölkerung freudig ihre Gummistiefel aus dem Schrank kramen oder auf topmodische Ugg-Boots ausweichen, südeuropäische Punks staunten über den Schnee ihres Lebens und bauten lustige Schneemänner, fast alle Geschäfte schlossen zeitig und bei einigen Bürgern führte der Ausnahmezustand zu Ausnahmehandlungen, was die Verhaftung des jungen Mannes erklären könnte. Zudem kommt mit der verschneiten Fahrbahn ein erhöhtes Verkehrsrisiko hinzu, da man als Vertreter eines Landes mit Rechtsverkehr nicht mehr durch die Aufschrift auf der Straße („Look right“ oder „Look left“) gewarnt werden konnte, nicht blind in den Verkehr zu laufen. Auch hilft da kein CCTV mehr, das in der ganzen Stadt omnipräsent ist.

Doch auch wie nach einer ordentlichen Sauftour gab es auch nach dem Schneechaos den Tag danach. Und der war gar nicht so übel. Sonnenschein und ein in weiß getünchtes London wussten durchaus zu begeistern. Schneemänner wohin das Auge sehen konnte und fleißige Aufräumtrupps, die die Straßen von Schnee und Eis befreiten. Doch nicht nur Gutes hatten die Londoner Bürger mit dem Schnee im Sinn. Vor der RBS Filiale im Bankenviertel hatten sich ca. 20 militante Schneeballwerfer versammelt, um den bösen profitgierigen Bankern in Zeiten der Rezession so richtig schön die Mittagspause zu versauen. Jeder Anzugträger, der die Drehtür passieren wollte, wurde mit großem Hurra unter Beschuß genommen. Die Polizei stand brav daneben und hat die Füße still gehalten. Dazu ein paar schöne Bilder weiter unten. Nach diesem feisten Spektakel ging es nach Soho, ein wirklich schniekes Viertel mit dem hippen Londoner Völkchen, wie man es aus Film, Funk und Fernsehen kennt.

Ach schön, da hat sich dieses London ja wirklich mal wieder was tolles für uns einfallen lassen. Nichtsdestotrotz werden wir Mittwoch abend nochmal einen Versuch Richtung Buenos Aires unternehmen.

Also bis gleich in Argentinien. Doch vorher hoffen wir auf eine eisfreie Startbahn, freuen uns auf ein tolles Entertainment Programm an Bord und 15 1/2 Stunden Bruttoreisezeit, da wir noch in Sao Paulo zwischenlanden, sicher um das brasilianische Bikiniteam aufzutanken.

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No Dancing Queen und eine Menge Schnee.

2 02 2009

Ort: London
Zeitunterschied: MEZ -1 Std.
Wetter: heiter bis wolkig mit Schneefall, Temperaturen um den Gefrierpunkt
 
 
Für Multitasker als musikalische Begleitung zum Augenzeugenbericht zweier Erstbesucher:
 

 
 
Nach Landung im malerischen Stansted in aller Herrgottsfrühe ging es mit dem Bus gen London, um für 2 Nächte in der Palmers Lodge zu residieren. Victorian elegance for the budget conscious traveller (Viktorianische Eleganz für den budgetbewussten Reisenden, Anm. d. Red.). Es wurde mehrfach unter die besten Hostels gewählt, war dementsprechend frequentiert, Motto: Jubel, Trubel, Heiterkeit. Wir aber immer noch total durch von den letzten Tagen und Wochen, den Umzug von Freitag noch in den Knochen. Daher wurde ganz entspannt, den Blick auf Sonntag zugewandt, nichts gemacht als die Zeit totzuschlagen und Eingeborene zu jagen zu beobachten. Vor allem einheimische Frauen. Knapp bekleidet, trotz guter Ernährung und bei der Wahl der Miss Manchester knapp an der Top 1000 Platzierung vorbei. Dem hinzu kam ein merklicher Kokosduft, der die ohnehin schon exotische Erscheinung noch unterstreichen sollte. Rundum nicht gelungen.

Am Sonntag dann konnte nach Überwindung des einstündigen Jetlags das erste touristische Highlight angepeilt werden. Und so standen wir mit mehreren anderen hundert Leuten und haben uns beim Wachwechsel der Queen am Buckingham Palace den Arsch und besonders die Füße abgefroren. Das war soweit ganz toll, wurde aber dann doch recht abstrus, als die königliche Kapelle „Dancing Queen“ von ABBA angestimmt hatte und gleich noch einen anderen Hit des Schwedenquartetts nachlegte. ABBA? Was bitte ist da denn los? Ist die Queen etwa amused? Soll das dieser britische Humor sein?

Im weiteren Tagesverlauf konnte dann beobachtet werden, dass sich der Picadilly Circus wie ein kleiner Times Square benommen hat, es eine ganze Menge Restaurants gibt, die organisches (oft mit dem Zusatz „und frisches“) Essen anbieten, röhrenartige Vakuumjeans auch 2009 noch topmodisch sein werden, Internationalität mit einem großen Fest am Trafalgar Square zum chinesischen neuen Jahr des Ochsen bewiesen wurde und London wirklich eine spektakulare architektonische Vielfalt mit viktorianischen, modernen oder auch prekären Einflüssen zu bieten hat. Eine interessante Stadt durch und durch. Nur am Wetter kann noch etwas gefeilt werden. Allen stereotypen Bildern zum Trotz hatten wir zwar viel Sonne aber es war bitterkalt was durch den starken Wind nicht gerade angenehmer wurde, geschweige denn durch das mehr und mehr aufkommende Schneetreiben, was am Montag morgen in einer geschlossenen Schneedecke mit mindestens 10cm ausartete.

Daher sollte es auch heute am Montag ins fast 12.000 Km entfernte Buenos Aires in Argentinien gehen, wo man lachend über Wiesen tollen kann, wir Honig aus Flüßen trinken werden und einem Brathähnchen in den Mund fliegen. Der Wetterdienst verspricht 27°C und wir uns eine schöne Zeit.

Wenn da nicht dieser Blizzard in der Nacht von Sonntag zu Montag gewesen wäre, der London komplett lahm gelegt hat. Sämtlicher öffentlicher Personennahverkehr und auch alle Flüge ab Heathrow sind zumindest für heute gecancelled. Nachdem wir Kontakt mit British Airways herstellen konnten, heißt es nun 2 weitere Tage London verweilen, da der Flug Dienstag abend schon ausgebucht ist. Zum Glück konnten wir hier in der Palmers Lodge für 2 Nächte verlängern.

Sagen wir mal so, London ist wirklich eine tolle Stadt und wollte uns vielleicht doch bloß überreden noch 2 Tage zu bleiben. Wir werden wohl gleich die Schneeschuhe schnüren und gen Camden Market aufbrechen.

Dina is not amused. Flip Flops erst am Donnerstag, obwohl sie doch schon heut im Handgepäck waren…