Equipment

365 Tage unterwegs. Was also mitnehmen?
 

 
Folgende Überlegungen basieren auf der vorliegenden Route, Produkt- und Markennennungen sind aus freien Stücken und positiven Erfahrungen getätigt und fast alle Ausrüstungsgegenstände sind über mehrere Monate deutlich unter UVP erstanden worden. Die Liste ist noch work in progress und wird sukzessive ergänzt werden. Umfangreiche und unabhängige Beratung, die auf Erfahrungswerten beruht, gab es im Outdoorforum: outdoorseiten.net.
 
 

Rucksack
 
 
Der mobile Kleiderschrank für die nächsten Monate. Er muss resistent gegen Umwelteinwirkungen aller Art und zudem praktikabel sein und genug Raum bieten, um alle Essentials unterzubringen. Guter Tragekomfort versteht sich von selbst.

Qualifiziert: der Kofferrucksack – klingt nicht sexy, kann aber das, was er soll.

 
 
Für die Dame – Lowe Alpine Travel Trekker ND 60
 

 
Hier hat sich die Marketing-Assistentin Gedanken gemacht:
Der klassische Reise-Rucksack mit Koffereigenschaften und entwickelt speziell für Frauen, lässt sich durch sein per Rundbogen-RV weit zu öffnendes Hauptfach schnell bepacken. Der schmale Schnitt und das bewährte APS 5-Tragesystem, das im Flieger oder Bus durch eine Abdeckung geschützt werden kann, verleihen ihm das Prädikat „trekkingtauglich“. 2 Hauptkammern mit RV-Zwischenboden, große 3D-Fronttasche, Netzinnentasche, Innenkompressionsriemen, 2 Griffe, 2 Gestängetaschen, integrierte Regenhülle.

 
 
Für den Herren – MacPac Genesis
 

 
Produktanpreisung aus der wundervollen Welt des Outdoor-Marketings:
Allroundtalent mit deutlicher Tendenz zum klassischen Trekkingrucksack. Genesis basiert auf MacPacs Dynamic Tragesystem das ggf. unter der integrierten Abdeckplane verschwindet. Deckel mit RV-Außenfach. Der teilbare Packsack (mit Schlafsackfach) hat etliche Besonderheiten: er lässt sich oben per RV sicher schließen, von vorne komplett öffnen, im Volumen erweitern/reduzieren und ist mit einem abzippbaren Daypack (24 Liter) ausgestattet.
 
 
 
Daypack – The North Face Big Shot
 

Der Hersteller empfiehlt:
Sportiver Tagesrucksack mit angeschrägtem vorderen Rucksackboden, der das Gewicht höher positioniert und somit das Tragen von Lasten vereinfacht. Die Ausstattung: wasserabweisende RVs auf den 2 Fronttaschen, Hauptfach (Trinksystem-vorbereitet) mit gepolstertem Einschubfach, das auch für einen Laptop verwendet werden kann (Nutzmaß: 44 x 28 x 5 cm).

 
 

Schlafsack
 
 
Zuerst stellt sich natürlich die Frage, ob man einen um die ganze Welt schleppen möchte, wenn man doch eh in Hostels übernachten möchte. Nun gibt es aber doch genug Flecken auf der Erde, die unbetoniert am schönsten sind und man Pacha Mama ganz nah sein möchte. Ob trekken im Torres del Paine, im bolivianischen Hochland, dem Trail nach Machu Picchu oder Trekks durch das malerische NZ – eine Tüte muss mit, um im gemieteten Zelt nicht zu erfrieren. Auch wenn tagsüber die Sonne brennen kann, so wird es des nachts mehr als schattig und zusätzlicher Winterspeck muss her.

Die Wahl zwischen Daune und Kunstfaser scheint in erster Linie zwar eine Glaubensfrage zu sein, beide Möglichkeiten bringen aber so ihre Vor- und Nachteile mit sich. KuFa ist relativ wasserunempfindlich und pflegeleicht, hingegen Daune über eine bessere Wärmeisolation und ein signifikant kleineres Packmaß und damit Gewicht verfügt.

Für einen Trip, der die Tropen bzw. feuchtwarme und gemäßigte Klimate einschließt, wird des öfteren eine Allround-KuFa-Tüte (3-Jahreszeiten) wie z.B. der Ajungilak Kompakt 3-Seasons (Komfortbereich, +1°C, ca. 1500g bei der 180 cm Version, ca. 140€) empfohlen, da sie auch in kälteren Gegenden eingesetzt werden kann.

Patagonien, die Anden oder auch die Südinsel Neuseelands verlangen aber oft nach stärkerer Wärmeisolation und die naturerprobte Daune kommt ins Spiel. Klein, leicht, warm – perfekt für unser Vorhaben. Allerdings verhältnismäßig teuer, wenn man die KuFa als Benchmark ansetzt. Yeti aus Polen bietet allerdings Value for Money. Der Idawal 450 mit polnischer Daune z.B. wiegt nur 850g, hat einen Komfortbereich bis -2°C und liegt bei Direktbestellung bei unseren polnischen Freunden mit 165€ im bezahlbaren Bereich. Was ihn allerdings disqualifiziert ist der schmale Schnitt mit nur 65cm Schulterbreite. Der Cumulus Quantum 350 – ebenfalls aus polnischer Herstellung – qualifiziert sich momentan als das subjektiv gefühlte Nonplusultra: Komfortbereich bis -6° und ein sensationelles Gewicht von nur 665g. Nachteil: der Preis. Regulär momentan nur über UK zu beziehen, zu einem Preis von ca. 280€. Der Direktkontakt mit dem polnischen Hersteller, wo man den Sack für „nur“ 170€ beziehen könnte, stellt sich als sehr schwierig heraus.

edit: Es konnte doch mit etwas Glück und durch Hilfe des Forums outdoorseiten.net doch ein Cumulus Q350 für einen schmalen Taler erworben werden. Dazu gibt’s noch einen Warmth Unlimited Q700 (900g, Komfortbereich -8°C) und die Schlafsackplanung ist abgeschlossen. Eigentlich sollte es ein Q500 tun aber die Q-Serie wird eingestellt und es gab den wärmeren Q700 zum Preis des 500er. Übrigens ist Warmth Unlimited nur der Name unter dem die polnischen Yeti Schlafsäcke vermarktet werden.

Was allerdings auf keiner Tour fehlen sollte, ist ein Schlafsack-Inlett, das entweder als zusätzliche Wärmeisolation im Sack benutzt werden kann und diesen auch vor Verschleiß schützt oder solo in tropischen Klimaten, um versiffter Hostelbettwäsche zu entgehen. Ob nun Seide oder etwa ägyptische Baumwolle, daran scheiden sich die Geister und bleibt persönlichen Präferenzen überlassen.

 
 

Bekleidungskonzept
 
 
Zwiebelschalenprinzip, klar. Aber welche Schalen denn nur? Es wird in angesprochen Gebieten kalt, nachts sehr kalt. Auf Trekks will man allerdings auch nicht gepolstert wie ein Innuit rumlaufen und während des Trips um die Welt nicht immer aussehen, wie Rüdiger Nehberg direkt aus dem nächsten Wasserloch im guyanischen Regenwald.
 

 
Hm, sehr funktionelle und leichte Kleidung, nicht immer ganz billig aber da man die Klamotten über ein Jahr lang recht intensiv nutzen wird, ist hier nicht am falschen Ende gespart.
 
Nichtsdestotrotz kommt ein variables Outfit für die Metropolen dieser Welt mit ins Gepäck. Sneakers, Jeans und Logo-Shirts.
 
 
Alltagstaugliche Obertrikotagen:

1) Baselayer: Entweder 1-2 Funktionsshirts aus strapazierbarer Kunstfaser, die sehr schnell trocknet, weil sie so gut wie keine Flüssigkeit aufnimmt (z.B. Capilene LW von Patagonia, die ihre Klamotten aus recycleten Materialien herstellen) oder wenn es besonders warm sein soll Unterwäsche aus Merinowolle, die stinkt und kratzt nicht, ist leicht und gut waschbar (z.B. von Icebreaker, Primärproduzent: das neuseeländische Merinoschaf). Einen Mix aus beiden Materialen gibt es natürlich auch (z.B. 80% Merino + 20% KuFa), um sozusagen das beste aus beiden Welt zu kombinieren.

2) Wärmeisolation: Ein leichtes Funktionsfleece (100er Micro Fleece) oder eins aus 200er Qualität, wenn es etwas wärmer sein darf. Idealerweise reicht bei Trekkingtouren der Merino-Baselayer und die Softshell, in Ruhephasen darf es aber gern auch warm sein.

3) Softshell: Superleicht, extrem wasserdampfdurchlässig, bedingt wasserdicht, meist winddicht. Sie bietet Rucksackgurten Paroli, wehrt Nässe ab, hält das Körperklima konstant und verspricht durch Elastizität Bewegungsspielraum.

4) Regenjacke: Ideal eine Regenjacke, die besonders leicht, klein verpackbar, wasser- und winddicht sowie dampfdurchlässig ist. Bei Dauerregen über Schale 1, 2 oder 3 und alles wird gut.

5) Daunenjacke/-weste: Optional für Gebiete jenseits der natürlichen Baumgrenze, denn was man in einen Schlafsack zur Wärmeisolation packen kann, ist auch für Oberbekleidung gut. Meist in einem kleinen Packsack geliefert und mit geringen Gesamtgewicht leicht im Rucksack als Notfallösung zu transportieren. Warmpeace aus Tschechien bietet viel für wenig Geld.
 
 
Alternativ – und als charmantere und Ökotourismus-politisch korrekte Variante – kann natürlich jederzeit auf dem lokalen Markt ein dicker Wollpullover aus formidabler Alpakawolle, eine der wertvollsten Naturfasern und fein wie Kaschmir, gekauft werden.
 

 
 
Topmodische Untertrikotagen:

1) Socken: Gute Trekkingsocken transportieren die Feuchtigkeit nach aussen und halten den Fuss dadurch trocken und warm (z.B. die TK-Linie von Falke). Niemand mag kalte Füße. Eher schlecht sind auch reine Baumwollsocken, da sie die Feuchtigkeit nicht richtig transportieren können.

2) Lange Unterhose: KuFa oder besser Merinowolle, im Härtefall auch im Schlafsack zu tragen. Die Trekkinghose ist zwar robust und recht wetterresistent, Wärme spendet sie aber nur bedingt, daher muss bei uns so ein Teil in den Rucksack.

3) Trekkinghose: Unkaputtbare, mückendichte, UV-undurchlässige, schnell trocknende und komfortable Trekkinghose (z.B. Karl Trouser von Fjäll Räven – aus G-1000 Material, das sich mit Grönland Wachs umweltfreundlich imprägnieren lässt und so zusätzlich wasserabweisend ist. Für die Tropen nur bedingt geeignet, da die Wachsschicht nicht so gut Feuchtigkeit von innen nach außen lässt.).

 
 

Schuhe
 
 
Mehrtägige Wanderungen lassen zu einem vernünftigen Trekkingschuh keine Alternative. Daher haben wir uns für einen leichten Trekking-Stiefel mit Gore-Tex Membran entschieden, der nicht wie ein Volllederstiefel 2-3 Monate eingelaufen werden muss, sondern schon nach (hoffentlich) 1 Woche nicht mehr zu spüren sein wird. Wichtig bei der Selektion: wasserdampfdurchlässig und trotzdem so wasserabweisend wie möglich sowie robust genug, um durch gemäßigtes Gelände zu kommen, ohne dabei einen Klotz am Bein zu haben. Letztlich sind die Marke und Optik egal, passen müssen sie und nach den verschiedensten Anproben gab es für die Dame den Meindl Jersey PRO in der GTX-Version und für den Herren den Scarpa Mustang GTX.

An sportlichen Sneakers – für die Stadt und entspannte Fußmärsche – geht ebenfalls kein Weg vorbei.
 
Flip Flops sind gesetzt.
 

 
 

Gadgets
 
 
Es gibt auf Reisen immer 1 oder 2 Sachen, wo man sich am Ende sagt: Was für ein Scheiß, den ich da mitgeschleppt habe. Und dann gibt es immer wieder auch Reisebegleiter, die sich vollauf bewährt haben.
 
1) Gesunder Menschenverstand: Hat sich, kombiniert mit offenen Augen und Ohren sowie einem gepflegten Mißtrauen, als angenehmer Reisepartner herausgestellt. So verlockend manche „very good price for you Gringo“ Angebote der indigenen Völker auch sein mögen, bunte Glasperlen, absolut sichere Narkotikadeals und kinderhandgeknüpfte Teppiche haben sich oft als Fehlschlag erwiesen. Das Streben nach dem Erhalt des persönlichen Leib und Wohls spielt hierbei natürlich auch eine gewichtige Rolle. Leider nicht im Fachhandel zu erstehen.

2) Stirnlampe: Wohl eines der besten Modelle ist die Tikka XP aus dem Hause Petzl, einem der führenden Anbieter für qualitativ hochwertige und leistungsorientierte Lampen. Perfekt auf Zelttouren, da man so immer die Hände frei hat und fällt mit einem Gewicht von 95g inklusive Batterien eben kaum in eben solches. Der Hersteller deklariert als Brenndauer 60-120 Stunden, je nach Nutzungsintensität. Preiswert in UK erstanden.

3) Wäscheleine: Subjektiv gesehen eignet sich am besten eine dehnbare Version, die man zwischen 2 Fixpunkten flexibel spannen kann. Besser als alle Möbel zu behängen oder die lokale Flora durch Verhüllung von der Photosynthese abzuhalten.

4) Reisekissen: Gut gebettet schläft sich besser. Egal ob als Alternative zu steinharten Hostelzimmerkissen, als akkurate Kopfstütze bei stundenlangen Busfahrten oder aber im Zelt, ein Kissen muss dabei sein. Transportabel und klein verpackbar: eine komprimierbare Version von z.B. Therm-A-Rest. Sehr interessant auch der Wikipedia Artikel zum Thema Kissen.

5) MacGyver-Tools: Klebeband, Kabelbinder, Karabiner und andere kleine Helfer – es gibt immer was zu reparieren, basteln, retten oder zu entschärfen. Inspiration HIER und HIER.

6) Buff: Hals- & Kopftuch, Sonnenschutzding, das für allerlei Sachen verwendet werden kann. Hilfreich, wenn der fiese patagonische Wind einem mal wieder die Haare ins Gesicht weht. Hersteller HIER

 
 

Photoausrüstung
 
 
Eine alte Cowboyregel lautet: „Erst schießen, dann fragen!“ oder wie es der alte Henri Cartier-Bresson sagte „Fotografieren ist wie Bogenschiessen: richtig zielen, schnell schiessen, abhauen.“

 
Letztlich bewegt man sich auf dem schmalen Grat zwischen ungestellten, authentischen Photos aus der Hüfte geschossen und dem Respekt vor dem Persönlichkeitsrecht des Photographierten. Man möchte zum einen den dokumentarischen Wert eines Bildes aufrecht erhalten, ohne aber dem Motiv das Gefühl zu geben, wie ein Ausstellungsexponat oder ein Tier im Zoo behandelt zu werden.

Wie auch immer, es kommt eine digitale Spiegelreflex mit. Bewährt hat sich eine Olympus E-500 mit 2 Objektiven: 14-42mm Standard und 40-150 mm Telezoom (entspricht 28-82mm bzw. 80-300mm bei einer 35mm-Kamera). Ein Weitwinkelobjektiv wäre bei erwarteten spektakulären Panoramablicken natürlich ein Traum, sprengt aber mit mindestens 500€ den finanziellen Rahmen. Wer hier sponsoren möchte, solle das tun.
 
Zusätzlich kommt noch eine Casio Exilim Z500 ins Handgepäck. Perfekt für alle Gelegenheiten, wo die größere Kamera nicht mit kann und für kleine Movieflics.

 
 

Notebook
 
 

Ein Notebook muss mit. Ob zum Organisieren von Photos, für unser umfangreiches Musikarchiv oder zur Pflege des Blogs, ein portables Subnotebook hat in unserem Reisegepäck seine Daseinsberechtigung.

Anforderungen: klein und leicht aber trotzdem handhabbar, reichlich Speicherplatz für Musik- und Photodateien, integriertes brennfähiges Laufwerk, lange Akkulaufzeit, integrierte Webcam, WiFi-fähig, <1.000€

Und Dell hatte da schon mal was vorbereitet: das XPS M1330. Unser neuer elektronischer Freund erfüllt ganz manierlich alle Anforderungen: 13,3″ bei 31,8×23,8×3,38cm klein, knapp 2Kg leicht, 250GB Festplatte, Laufwerk ist drin, ein ausdauernder Lithium-Ionen-Hauptakku mit 9 Zellen (ca. 4-6 Stunden Laufzeit), eine 2.0MP Kamera integriert, WiFi na klar und deutlich unter besagter Preisschwelle.

Der Praxistest wird zeigen, ob der erste positive Eindruck bestätigt werden kann.

 
 
Fortsetzung folgt…

5 responses

8 10 2008
Equipment « projekt 365

[…] Equipment […]

22 01 2009
basti

wird eigentlich keine musik a la: http://www.lastfm.de/music/Karl+Dall/_/Heute+sch%C3%BCtte+ich+mich+zu mitgenommen? ich denke, es wäre auch wichtig, ein wenig kultur von hier mitzunehmen, oder?

22 01 2009
matzepeng

Mit Gefühl, schubidu…

26 10 2009
daimar

hallo, ich plane gerade meine weltreise und ueberlege hin und her, ob ich mein netbook nun mitnehmen soll oder nicht. wie ist denn bisher eure erfahrung? hat es sich gelohnt? ist in den meisten hostels (brauchbares) wlan vorhanden?

viele gruesse nach australien!
daimar

10 03 2011
ben

Das mit dem Laptop würde mich auch interessieren, da ich nach Peru will. Da kommt Luftfeuchtigkeit und Höhe zusammen…..

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