Torres del Paine.

27 02 2009

4 Tage und 50 Km sind es geworden. Bei den erhofften 10 Kg auf dem Rücken ist es nicht geblieben, es waren eher 15 Kg. 40 Km davon mit vollem Gepäck bei Regen, strahlender Sonne oder drückender Schwüle, bergauf und bergab, über Stock und Stein, durch Wald und über Felsen, über Bäche hinweg oder direkt im Flußbett entlang, bei Windgeschwindigkeiten bis 90 Km/h, wo eben der Wind und nicht die Motorik entscheidet, wohin man als nächstes seinen Fuß setzt. Anstrengend war’s und es hat ziemlich geschlaucht.

Als Stadtmenschen sind wir es eher gewohnt vier Tetrapak Milch aus dem Supermarkt um die Ecke zu holen, als tagelang teils recht anspruchsvolle Strecken mit gut Gepäck zu meistern. Trotz erstklassigen Schuhwerks knickt man im Geröll um, der gemietete Rucksack mit quasi nicht existenten Polstern schneidet einem die Schultern ein, die 1 mm dicke Isomatte beschert unerholsame Nächte, die Kondition läßt zu wünschen übrig. Willkommen im Tal der Tränen.

Erschöpfung und Schmerzen also. Und wofür? Dafür!

Bergseen in Farben von milchig-türkis über ultramarin bis zu tiefem Lapislazuli-blau, wie der Stein, den man vornehmlich in Afghanistan, Rußland oder eben hier in Chile findet. Flüsse die glasklares Wasser direkt von einem der vielen Gletscher führen, so dass es bedenkenlos trinkbar ist. Der 270.000 qm große Grey-Gletscher, ein Ausläufer des südpatagonischen Inlandeises, der so eisblau schimmert, wie man es aus der Reklame kennt, die für irgendwas mit „iced menthol“ wirbt. Der majestätische, schneebedeckte Cerro Paine Grande, der über dem Frances Gletscher thront. Dort wo man unter lautem Getöse lawinenartige Schneeabgänge nicht nur sehen, sondern auch hören und man durch das malerische Valle de Francés wandern kann. Das Tal, das spektakuläre Rundumsichten auf die schönsten Bergmassive des Nationalparks wie die Torres (=Türme) oder die Cuernos (=Hörner) bietet und Postkartenmotive am laufenden Band liefert. Dort wo man live erleben kann, wie sich aus aufsteigenden Wassertropfen Wolken bilden. Und meistens mit so gutem Wetter, wie man es selten im Torres del Paine hat.

Es war einfach großartig – trotz der Anstrengungen. Und nun, nach 4 Tagen in den selben Klamotten, umschmeichelt ein Odor aus frischen Brötchen und einer gerade gemähten Frühlingswiese unsere Körper.

Nach der Tour erholen wir uns noch 2 volle Tage bei Spaßvogel Alejandro im Hostal Dos Lagunas in Puerto Natales am „Fjord der letzten Hoffnung“. Es gibt wieder ein richtiges Bett, eine Dusche und vernünftiges Essen und nicht mehr nur Tütensuppe zum Frühstück oder zuckersüße Kalorienlieferanten und Instant-Futter. Das lokal gebraute Baguales-Bier schmeckt ganz hervorragend und auch ein frisch gepresster Mangosaft weiß zu munden. Am Samstag geht es dann weiter nach El Calafate auf argentinischem Boden, wo der riesige Perito Moreno Gletscher schon auf uns wartet und wir für 2 Nächte bleiben werden.

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Wind.

22 02 2009

Ort: Puerto Natales (CHL)
Zeitunterschied: MEZ -4 Std.
Wetter: wechselhaft mit Wind

Patagonien an der Magellanstraße ist noch sehr jung, gerade etwa 15.000 Jahre alt und hat eine sehr dünne Erdschicht. Im jetzigen Sommer fällt es der Sonne leicht diese schnell aufzuhitzen, was warme bodennahe Luft zur Folge hat. Der Humboldtstrom wiederum bringt kaltes Wasser aus dem antarktischen Meer und das ist nicht das einzige was kalt aus dem Süden kommt, nämlich kalter Wind. Trifft nun die kalte auf die warme Luft, wird die warme nach oben verdrängt und dort abgekühlt, was bewirkt, dass diese wieder in den Kreislauf eintritt. Und das bedeutet Wind. Verdammt viel Wind.

Warum die Gegend um Puerto Natales eine Wettervorhersage hat, weiß kein Mensch. Das Wetter ist so vorsehbar wie die Lottozahlen und so wechselhaft wie täglich Aprilwetter, da es sich wirklich alle 10 Minuten massiv ändern kann. Das einzige was hier beständig ist, ist eben der Wind. Verdammt viel Wind.

Doch der Reihe nach. Von Ushuaia ging es mit dem Bus nach Punta Arenas. Die selbsternannte Hauptstadt Südpatagoniens ist nicht wirklich eine Perle, nur das Museo Salesiano konnte Interessantes über die Ureinwohner und den Einfluß der ersten Missionare vermitteln. 2 Nächte waren genug. Die Türme riefen.

Und zwar die Torres del Paine, was soviel wie „Die blauen Türme“ heißt und ein bemerkenswertes Bergmassiv ist. Gleichzeitig standen sie Namenspate für den gleichnamigen Nationalpark in der Nähe der kleinen Stadt Puerto Natales, die quasi als Basecamp für Ausflüge in den Nationalpark dient. Und den werden wir ab Sonntag für 5 Tage bewandern.

Die Route, die wir zu gehen gedenken, nennt sich das „W“, da es in etwa die Form eines eben solchen hat. Und machen wir uns nichts vor, wir sind Amateure mit mehr Ausrüstung als Ahnung. Zum Glück gibt es jeden Tag den sogenannten „3 o’clock talk“ im Erratic Rock, einem Hostel in Puerto Natales, eine umfangreiche Frage- und Antwortstunde mit Rustyn einem passionierten Trekker und Herausgeber des Black Sheep, dem lokalen Traveller-Magazin. Nach 1,5 so unterhaltsamen wie informativen Stunden waren wir um einiges schlauer, um nicht zu sagen erleuchtet. Die Vielseitigkeit der 4 verschiedene Klimate im Nationalpark und das unkalkulierbare Wetter sind selbst für erfahrene Wanderer Neuland. Um es kurz zu machen, ohne diese Einweisung hätten wir alles falsch gemacht, was man hätte falsch machen können.

Nun haben uns nun mit Zelt, Isomatten, Kocher und Kochgeschirr, sowie reichlich Kalorien in Form von Müsli- und Schokoriegeln, Trockenobst, Nüssen, Instant-Nudeln und Tütensuppen eingedeckt, um am Sonntag für 5 Tage der Zivilisation den Rücken zu kehren. Also fast. Wir werden 2 Nächte für lau auf rustikalen Campingplätzen ohne alles campen und 2 Nächte auf privaten, organisierten Campingplätzen mit Duschen, Essmöglichkeiten, etc, unterkommen.

Insgesamt werden wir etwa 75 Km mit 10 Kg auf dem Rücken zurücklegen. Wir freuen uns auf unglaubliche Gletscher, Natur pur und viel Wind. Verdammt viel Wind.





Planungs-Update: projekt365

23 08 2008

Wann: Start im Feb 2009
RTW Ticket: The World Discovery Plus (ca. 2.000€ total) von Travel Nation oder Westernair.co.uk (29.000 Meilen, 7 Stops)
Kontinente: Südamerika, Australien (inkl. Neuseeland), Asien
Extratickets: mind. 3

In Bildern:

In Worten:

DUS >> London >> BsAs

Argentinien/Südchile (ca. 5 Wochen – Feb/Mär)
PoI: BsAs, Patagonien/Feuerland mit Ushuaia, Punta Arenas, Puerto Natales, Torres del Paine Nationalpark

Punta Arenas >> Santiago

Nordchile (ca. 3 Wochen – Mär)
PoI: Valparaiso, Calama, San Pedro, Atacama Wüste

Bolivien (ca. 5 Wochen – Apr/Mai)
PoI: Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa, Uyuni mit Salar, Potosí, Sucre, La Paz, Titicaca See, Copacabana, Rurrenabaque

Peru (ca. 6 Wochen – Mai/Jun)
PoI: Arequipa mit Colca Cañón, Cuzco, Macchu Picchu, Nazca, Lima, Huaraz, Trujillo, Pisco

Ecuador (ca. 4 Wochen – Jun/Jul)
PoI: Cuenca, Baños, Quito, Galapagos, Montañita

Quito >> Santiago >> Sydney

Australien (ca. 12 Wochen – Aug/Sep/Oct)
PoI: Sydney, Brisbane, Cairns, Mt Isa, Alice Springs, Uluru, Adelaide, Twelve Apostle, Melbourne

Sydney >> Auckland

Neuseeland (ca. 9 Wochen – Nov/Dez)
PoI: Auckland, Rotorua, Tongariro National Park, Wellington, Picton, Queen Charlotte Walkway, Wanaka, Queenstown, Lake Tekapo, Christchurch

Christchurch >> Singapur

Singapur/Malaysia (ca. 4 Wochen – Jan)
PoI: KL, Penang, Melakka, Langkawi, Cameron Highlands

Und so schnell sind 365 Tage vorbei.