Zurück.

25 04 2010

So. Der Drops ist gelutscht. Wir sind wieder zuhause. Seit dem 1. Februar schon. Mittlerweile ist April, 12 Wochen sind ins Land gegangen. Wir sind wirklich wieder zuhause. Nach exakt 365 Tagen. Projekt365 eben.

Voller Vorfreude schauten wir Ende Januar noch in Singapur auf den Wetterbericht für Düsseldorf. Es waren Temperaturen um die 0 °C und genau 0,0 Sonnenstunden vorhergesagt. Ach, na schön. Und wir wurden nicht enttäuscht. Menschen in dicke Kleider gehüllt, Mütze, Handschuhe, Schal. Die dominierenden Farben waren schwarz und grau. Irgendwie passend zum Seelenheil. Ernüchterung. Realität. Es gab wieder Ordnung, gewohnte Orientierung. Erste Anzeichen vom nur zu gut bekanntem Alltag. Es gab rote Ampeln, Menschen, die deutsch sprachen, privates Qualitätsfernsehen, Körnerbrötchen und Fußgängerzonen mit peruanischen Panflötenspielern. Und die ersten Tage war uns diese Welt vielleicht auch ein bißchen fremd wie eben unseren Freunden von der peruanischen Hochebene, nur machten wir nicht die Musik.

Nach 365 Tagen um die Welt, immer dem Sommer hinterher und die Sonne im Rücken, hatte uns Deutschland also wieder.

Nun war es ja nicht so, dass es nicht vorhersehbar war, dass es irgendwann mal vorbei sein würde. Aber jeder weiß auch wie schwer es ist, nach 3 Wochen Jahresurlaub wieder den Wecker klingeln zu hören, der Person im Spiegel nicht die Frage „Warum eigentlich?“ beantworten zu können, um dann doch schnell wieder im Hamsterrad des Alltags zu landen, damit alles wieder seinen gewohnten Gang geht. Was bleibt sind die Erinnerungen, der billige Zierfächer aus Thailand, der jetzt in der Küche hängt und irgendwie doch nicht mit der IKEA-Küche harmoniert und die unzähligen Photos von immer gleich aussehenden Sonnenuntergängen, auf denen das Meer abzufließen scheint.

Doch jetzt stellt euch mal 3 Wochen Jahresurlaub 24x hintereinander vor. Da kommt man nicht einfach wieder und alles ist wie immer. In nur 3 Wochen kann man den Job nicht aus dem Kopf bekommen. In 365 Tagen kann man sich aber einen Resetschalter leisten. Alles hinter sich zurücklassen und voll mit dem Flow des Langzeitreisenden zu gehen.

Dann kommt man auch nicht einfach zurück und alles ist gut oder einfach wie vorher. Natürlich haben sich Familie und Freunde gefreut, dass wir gesund und munter (na zumindestens gesund, Anm. d. Red.) wieder zurück sind. Aber hat uns denn mal jemand gefragt, ob wir uns freuen wieder da zu sein?

Fragen an uns gab es so einige:

Frage: „Na, war’s denn toll?“
Antwort: „Nein, es war eigentlich ganz langweilig, sehr gefährlich, manchmal wie Kerkerhaft und sehr entbehrlich, so ganz ohne Mettbrötchen und Online-Shopping.“

Frage: „Wo war’s denn am schönsten?“
Antwort: „Im weiteren Sinne außerhalb Deutschlands, im engeren hat uns Südamerika am besten gefallen. Einfach sehr vielfältig, es gibt ne Menge zu entdecken, die Eingeborenen, das Essen, die Farben. Australien war für uns die größte Enttäuschung. Bei tollen Reisereportagen wie Voxtours werden ja immer nur die Filetstücke gezeigt, es gibt aber auch eine Menge knorpeligen Abfall. Man kann ohne Probleme 1000 Km durch den Kontinent fahren und es passiert genau gar nichts. Gleiche Umgebung, gleiche Landschaft, kein Verkehr, keine Änderungen, stinkelangweilig. Warum dreht Vox nicht mal einen opulenten Dreiteiler (vielleicht ja mit Peter Jackson in der Regie, Wunsch d. Red.): „Australien – 1000 Km nichts“, sehen sie heute in der Primetime die ersten 333 Km mit Highlights wie eine kurze Pinkelpause, die Verwechslung eines verdorrten Baumes mit einem Känguruh und einem öden Hörbuch, dass sie direkt im Voxshop erstehen können. Neuseeland war aufgrund der abwechslungsreichen Natur beeindruckend und unsere Zeit mit Rosarka war großartig. Der Abschluß mit Myanmar war so ganz anders und wird noch irgendwann mal im Projektblog aufgearbeitet werden, wenn denn mal die Muse wieder küsst.“

Frage: „Hattet ihr denn nie Heimweh?“
Antwort: „Du meinst nach Schweinegrippe, Abwrackprämie und eine Albtraum-Koalition, die mehr nervt als Yoko Ono? Also nein, naja höchstens ab und zu Heißhunger auf heimatliche Kulinaria! “

Frage: „Freut ihr euch wieder hier zu sein?“
Antwort: „Nein“

Frage: „Und gewöhnt man sich schnell wieder an den Alltag“
Antwort: „Leider muss die Antwort hier „ja“ lauten. Mittlerweile fragt kaum noch einer nach der Reise, wir selbst müssen uns hier und da daran erinnern, dass wir 365 Tage unterwegs waren. Es scheint jetzt schon alles so weit weg zu sein. Soll jetzt nicht pathetisch klingeln, aber ich muss jetzt mal seufzen.“

Seit 12 Wochen sind wir nun also wieder zuhause. Eine gefühlte Ewigkeit. Wenn wir es nicht besser wüssten, würden wir meinen gar nicht weg gewesen zu sein.

Nach der Wiederkehr haben wir erst mal ausgemistet. Klamotten ins Obdachlosencafe und ins Franziskanerkloster gebracht. Erschreckend, was sich alles für Zeug angesammelt hatte. Wenn man 365 Tage aus dem Rucksack lebt, immer die selben Klamotten trägt und doch nichts vermisst, bekommt man doch den Spiegel unserer Überfluß- und Konsumgesellschaft vorgehalten. Am ersten Tag nach unserer Rückkehr hatte ich aus Freude über neue alte Sachen nichts aus dem Rucksack getragen, am nächsten Tag dann wieder komplett eine projekt365-Garnitur. Wohl aus Gewohnheit.

Eine Wohnung haben wir mittlerweile auch gefunden. Was Größeres. Mit kleinem Garten und Terrasse. Mitten in der Stadt gleich an der Nordstraße. Eine schöne Gegend. Eine schöne Wohnung. Wir wollen ja auch bald Couchsurfing-Hosts werden.

Nun beschäftigen uns Fragen wie die nach der Zierblende des Geschirrspülers, wie man bohrlochfrei eine Ablage im Badezimmer anbringt oder ob denn jetzt noch die richtige Zeit ist, um die Brombeere im Garten zu beschneiden („Hältst Du die Brombeeren nicht im Zaume, so kannst Du ernten nur im Traume“, Anm. d. Red.).

Oh eine Frage habe ich noch vergessen. Und zwar die ob wir es wieder machen würden. Wie hier die Antwort lautet, sollte wohl klar sein.

Der Blog und auch das Projekt werden mit den Myanmar-Beiträgen ihr Ende finden. Man sagte uns, dass es sonst sei, als würde man ein Buch ohne die letzten Seiten lesen.

Ob es wohl ein Happy End geben wird?

Achso, den Newsletter braucht ihr nicht abzubestellen, es wird keine Viagra-Mails oder eine Spendenaufforderung mit einer Kontoverbindung in Nigeria geben. Bleibt einfach dabei. Ganz im Stillen. Vielleicht passiert ja irgendwann mal wieder was. Vielleicht wird es wieder ein Projekt geben. So ein halbes Jahr von Mexiko nach Panama. Das wär doch was.

Danke, dass ihr dabei wart.

Nos vemos.

Dina & Matze





Das Dschungelcamp.

20 05 2009

Ort: Madidi-Nationalpark bei Rurrenabaque (BOL)
Zeitunterschied: -6 Std. MEZ
Wetter: Heiß und schwül

Nun also Dschungelcamp. Eigentlich wollten wir nur den Pampas einen Besuch abstatten, aber wir wurden von schlagkräftigen Argumenten überzeugt. Zum einen zeltet man nicht alle Tage in einem Camp, tief im Madidi-Nationalpark am Ufer der Flußes Tuichi, zum anderen sind 155 Euro für 4 Tage ein richtiger Schnapper, wenn man bedenkt, dass es in Peru oder in anderen mit tropischen Regenwald gesegneten Ländern Südamerikas mindestens das Doppelte kostet. Zudem gilt der Madidi als Nationalpark mit der zweitgrößten Biodiversität weltweit. Ein weiterer Umstand, der für den Anbieter Berraco del Madidi sprach, war, dass Miteigentümer, Guides und Wasserträger aus der lokalen Urwald-Community stammen, sich somit bestens auskannten und unsere teuer gekauften Euros in der Region blieben. Man könnte fast meinen das sei nachhaltiger Tourismus.

Wir waren neben zwei Lesbierinnen, die mit weißen Turnschuhen angereist waren, die einzigen Gäste im Dschungelcamp und wurden somit mütterlich umsorgt. Wir hatten ein tolles Quechua-Zelt mit Belüftung, dicke Luftmatratzen und dünne Schlafsäcke bekommen, wurden wie in den Pampas 3x am Tag gemästet und uns der Hintern nachgetragen. Camping deluxe. Naja fast. Unser Camp war noch relativ neu und verfügte über keinerlei sanitäre Einrichtungen. Die Badewanne hatte zwar fließendes, frisches Wasser, hieß aber Fluß Tuichi, es gab eine Drop-off-Zone im Wald für private Geschäfte und man tat gut daran, die nicht bedeckten Stellen mit Insektenspray einzusprühen und eine Kompostgrube für organische Abfälle aller Art. Aber gerade das hat es so speziell gemacht, so ursprünglich, so natürlich. Gegessen wurde bei Kerzenschein und gebadet sowie gefischt im hellen Licht des Vollmondes. Denn natürlich gibt’s weder einen Supermarkt um die Ecke, noch Stromversorgung zum Frischhhalten der Lebensmittel, also sorgt man selbst für den Hauptgang und geht fischen. So gab es frischen Wels und Riesen-Piranha, der im Vergleich zum Exemplar aus den Pampas deutlich mehr Fleisch hatte und im Bambusrohr im Feuer gedünstet wurde. Ein Gedicht.

Wir haben die lokale Community besucht, wo es immer noch Jäger und Sammler gibt und Straftäter, Faulpelze und Ehebrecher von der Gemeinschaft mit dem Joch bestraft werden. Wir haben haben ein 2-stündiges Rentner-Rafting auf dem entspannten Teil des Flußes gemacht. Aber der Madidi-Nationalpark, der nach einer eben so heißenden Ameise benannt ist, lockte natürlich auch mit Ausflügen. Wir haben einige Pflanzen des Waldes kennengelernt, wie die Wanderpalme oder den Curare-Baum, aus dem das berühmte Pfeilgift gewonnen wird. Durch das umfangreiche Mastprogramm stellte dann mein Magen auf stur und unser Chefguide Pedro mit mir los und mal eben etwas Baumrinde einer Liane names Uña de gato (Katzenkralle, Anm. d. Red.) und die eines Baumes, dessen Namen ich mir umöglich merken konnte, für einen heilenden Mate (Kräutertee, Anm. d. Red.) geholt. Hilft. Wir haben Früchte und Samen gesammelt und daraus Ringe und eine Kette für Dina gebastelt. Bis auf etwas Arbeitskraft für lau zu haben. Und ja es ist unfassbar schwül, man schwitzt ununterbrochen und trotzdem sind lange Klamotten und hohe Schuhe angesagt. Es gibt allerlei Kleingetier und Insekten, die einem ans Blut wollen. Es gab aber auch größere Exemplare, vor allem stinkende, grunzende Wildschweine, die in Rotten bis zu 300 Schweinen durch den Wald marodieren. Dabei geht man nicht nur auf kleinen, verschlungenen Pfaden, die nicht unbedingt eine klare Richtung weisen, sondern man kämpft sich auch mit der Machete durch dichten Primär- und Sekundärwald. Dann, auf der Verfolgungsjagd nach den Schweinen, stand dann auf einmal ein seltener Fuchs neben uns und ein Puma machte sich aus dem Staub. Und man bemerkt nichts. Brüllaffen hängen in den Bäumen und zahlreiche Aras krächzen in den Wipfeln. Doch leider ließ sich kein Jaguar blicken. Man kann halt nicht alles haben.

Neben schweißtreibenden Ausflügen in den Wald ging es ja aber auch mit der Handangel fischen. Und da saßen wir nun im Schein des Vollmondes am Ufer des Flußes Tuichi mitten im bolivianischen Regenwald. Kein Motorenlärm weit und breit, nur die Geräusche einer Dschungelnacht. Und das war wieder einer der Momente, wo uns so richtig bewußt wurde, dass wir es wirklich getan haben. Jobs gekündigt, die Zelte in der Heimat abgebrochen und Familie und Freunde zurückgelassen. Nun sind wir schon 3,5 Monate unterwegs. Erschreckend wie schnell die Zeit vergeht. Doch wenn wir in den Rückspiegel schauen, können wir auf großartige Erlebnisse und Erfahrungen zurückschauen. Der Tango in den Straßen von Buenos Aires, wandern im Torres del Paine Nationalpark in Chile, der Eisplanet des Perito Moreno Gletschers, die raue Küste Chiloes, die bizarren Felsformationen bei Cafayate und das Valle Calchaquíes, die Salar die Uyuni Tour im bolivianischen Altiplano und jetzt schwimmen mit Delfinen in der Pampas bei Rurrenabaque und eben die Geräusche des Regenwaldes. Wir sind noch nicht müde. Immer noch hungrig. Die Reiselust ist nach wie vor da. Die gewonnenen Eindrücke von Mensch und Natur sind immer wieder abwechslungsreich, langweilig wird es eigentlich nie. Trotzdem stehen auch immer mal wieder Tage an, wo man außer essen, schlafen und TV glotzen relativ wenig tut. Ein bißchen stinknormaler Alltag eben.

Nach Pampas und Dschungel ging es jetzt aber wieder aus den Tropen ins Moskitofreie La Paz, unser Sprungbrett über die Grenze nach Peru.





Und tschüß…

29 01 2009

Nur noch wenige Tage und endlich wird er wahr – der Traum vom eigenen Imbisswagen in Buenos Aires. Die deutsche Bockwurst – der neue Star am Latino-Firmament – wird schon sicher bald die argentinischen Steaks vom Markt verdrängt haben. Und wir sind sehr gespannt, wie wir mit dieser ausländischen Sprache klar kommen werden und so. Daher haben wir uns total gut für diesen Schritt vorbereitet und immer fleißig Phoenix Reportagen über das Land geschaut und den Wurstbrief Newsletter abonniert, um immer über neueste Entwicklungen im Wurstwesen informiert zu sein. Als Notfallplan können wir natürlich auch bei VOX und den Rückwanderern in den Menschenzoo ins West-Fernsehen. Superschön.

Samstag geht es dann aber erst mal in den frühen Morgenstunden nach London, wo wir bis Montag ein klassisches Touriprogramm absolvieren werden, um dann am Abend von T5 nach Buenos Aires aufzubrechen.

Aber bevor es soweit ist, laufen last minute die letzten Vorbereitungen bzw. Erledigungen. Der Abschiedsmarathon neigt sich langsam dem Ende zu, es gab zum Abschied neben einem Blog von den Kollegen mit allen News von der Heimatfront noch ein Online Musik-Abo für 365 Tage (voll fett), ich habe am Dienstag dann doch mal angefangen meinen Hausrat zu verpacken, Dina sitzt auch schon auf einem Berg Kartons und die ersten Sachen konnten schon untergestellt werden, Freitag stehen die letzten Umzugsaktivitäten an, Sack&Pack hat sich noch über ein paar Euro für das (fast) letzte Gedöns freuen können, der Zahnarzt hat nochmal die Zähne aufpoliert, damit es ein schönes Grinsen vor der Phototapete geben kann, es wird wohl leider nix mit meinem Tageskontaktlinsenplan, da ich wohl torische Linsen brauche und sie es in der Kürze der Zeit nicht mehr schaffen werden, obwohl ich mich doch 4 Tage vor Abreise gekümmert habe, der wunderschöne internationale Führerschein konnte erstanden und zum Abschluß ein langer Satz mit vielen Kommas in den Blog geschrieben werden.
 
 
Und heutzutage kann man ja dieses verrückte Web 0.0 nutzen und tolle Youtube-Videos einbetten.
 

 
In diesem Sinne, wir sind dann jetzt mal wech…
 
Anker hoch und Tschüß,
Dina & Matze
 
PS: Danke nochmal an alle, die uns diesen Abschied doch schwerer gemacht haben als wir das gedacht hatten!





Der Countdown läuft…

17 01 2009

Holla die Waldfee! Heute in 2 Wochen geht’s los… Oder besser gesagt, heute in 2 Wochen sind wir schon weg.
 
 
Was bisher geschah?

Wir haben im Großen und Ganzen die bürokratischen Hürden genommen, ich habe aber nächste Woche noch das Vergnügen in der ARGE Düsseldorf vorzusprechen, die es nicht lassen konnten mir in den letzten Wochen mit Terminen zum Vorsprechen zu drohen. Sie scheinen es ernst zu meinen. Die Enttäuschung, dass ich bzw. wir beide in den nächsten 12 Monaten dem lokalen Arbeitsmarkt in Zeiten drohender Rezession nicht zur Verfügung stehen werden, wird sich aber sicher in Grenzen halten.

Wir haben erfolgreich die Auslandskrankenversicherung der Hansemerkur via STA Travel mit allem Pipapo abgeschlossen und liegen in den letzten Zügen, auch bei der Rechtsschutzversicherung Vollzug zu melden.

Momentan läuft noch das Einscannen und Uploaden der gesammelten wichtigen Dokumente, wie Reisepass, Quittungen für den Ersatz bei Gepäckverlust, Kreditkarten und so weiter und so fort.

Ein Skype Account wurde eingerichtet: projekt365

Ich habe noch eine Woche im Kinderbergwerk vor mir, die Übergabe läuft, die Kollegen weinen Krokodilstränen und am Mittwoch nächster Woche gibt es zum Abschied mit dem Team nochmal ein großes Austrinken. Dina ist ja schon off-the-job und kann sich weiterhin auf Spanisch und Wohnungsauflösung konzentrieren. Kartons konnten kostengünstig von privat erstanden werden.

Dina’s Domizil in der Derendorfer Str wird fließend von Tina & Matze übernommen, vom 80er Jahre Heavy Metal Nachbarn wissen sie noch nichts. „Schooooooooooools out for summer…“ Mein Zimmer in der WG Sonnenschein wird Marco übernehmen. Das heißt für mich wenig Stress, da ich nur meine persönlichen Sachen rausräumen muss und mein nicht gerade umfangreiches Mobiliar in der WG belassen kann.

Gesundheitlich bin ich fast wieder auf dem Damm, nachdem mich eine fiese spastische Bronchitis mit schwerer Halsentzündung über 2 Wochen ausgeklinkt hatte. Dina hat sich ihre Hep B Impfung abgeholt, das läuft also auch. Der Allgemeinmediziner unseres Vertrauens hat uns zudem unaufgefordert 2 verschiedene Breitband-Antibiotika und ein leckeres Magen-Darm-Therapeutikum zugeschoben. Da lacht das Herz.

Probepacken stand gerade an und top! Nur 15 Kg rückseitig auf den Schultern bei mir, die Frontbeladung wird sich durch Notebook, Literatur und sonstigem Handgepäckquatsch nochmal auf 5 Kg belaufen. Dina’s Gepäck wurde noch nicht gewogen, sollte aber circa bei 12 Kg liegen. Das Equipment ist nahezu final, es fehlen nur noch wenige Details…

Und ich trage Trauer. Die neue Fußballsaison geht in Argentinien erst Anfang Februar wieder los und Boca hat das erste Heimspiel einen Tag nach unserer Abreise nach Ushuaia. Mal schauen, ob River Plate ein Ersatz sein kann…
 
 
Die Aufregung hält sich zumindest bei mir noch in Grenzen, so richtig realisieren, wie es in schlechtem Neudeutsch ja so schön heißt, werden wir es wohl erst, wenn es von London nicht zurück ins gelobte (Rhein-) Land geht, sondern weiter nach Buenos Aires.

Die letzten Tage sind nahezu komplett verplant. Kochen und bekochen lassen, nochmal in den Salon und ins Pretty Vacant, mit vielen Freunden treffen und Abschied nehmen – einfach auf Wiedersehen sagen.
 
 
Noch 2 Wochen, also fast…

Dina & Matze





Bürokratie Teil 7: Rechtsschutzversicherung

26 11 2008

Caramba, wo kommt denn auf einmal das Kokain in meinem Rucksack her? Mit einem Lächeln und Unschuldsbeteuerungen lässt sich der bolivianische Zollbeamte wohl leider nicht beschwichtigen.

Die Welt ist böse und gefährlich, das Risiko lauert überall, man läuft ständig Gefahr in strafrechtliche Missgeschicke verwickelt zu werden. Daher muss eine Rechtsschutzversicherung her, um potentielle Gerichts- und Anwaltskosten abzudecken und damit Mutti ruhiger schlafen kann.

Dummerweise ist es gar nicht so einfach einen Anbieter zu finden, der eine weltweite Abdeckung anbietet, die nicht zeitlich begrenzt ist. Doch nach fundierter Recherche konnte die nordias GmbH, eine Tochter der DOMCURA, mit einem vernünftigen Angebot aufwarten.
 
 
Die Eckdaten:
– Privat-/Berufs-/Verkehrsrechtsschutz
– weltweite Abdeckung bis 100.000€
– 189,09€ Jahresprämie ohne Selbstbehalt
 
 
Da reist es sich doch gleich entspannter.





Bürokratie Teil 6: Rentenversicherung

26 11 2008

Der Vertreter der Deutschen Rentenversicherung des Rheinlandes (die auch 44,5 Mio in Termingeldern bei den Lehman Brothers angelegt haben, welche natürlich aber sicher sind) informiert zum Thema Rentenversicherung auf freiwilliger Basis bei einem Auslandsaufenthalt.
 
 
1. Man muss mindestens 5 Jahre Versicherungsbeiträge gezahlt haben, um überhaupt einen Rentenanspruch zu haben.
2. Um ab dem 65. Lebensjahr Anspruch auf abschlagsfreie Rente zu haben, muss man 45 Jahre pflichtversichert gewesen sein.
3. Um ab dem 67. Lebensjahr in den Anspruch zu kommen, müssen mindestens 35 Jahre auf dem Habenkonto stehen, wobei hier auch Abitur und Studium auf das Zeitkonto fließen, auch wenn man keine Beiträge zur Pflichtversicherung abgegolten hat.
4. Abitur und Studium fließen nicht in die Berechnung der 45 Jahre unter 1. ein.
5. Im Zweifel in die DRV nicht auf dem letzten Stand und man muss alle Stationen des Lebenslaufes mit Originaldokumenten belegen, um sich den Anspruch zu sichern.
6. Freiwillige Weiterversicherung in unseren jungen Jahren (28 & 30) würde mit >500€ pro Monat zu Buche stehen und steht somit in keinem gesunden Kosten-Nutzen-Verhältnis, da dieses eine fehlende Jahr der Beitragszahlung durch Auslandaufenthalt lediglich bedeutet, dass man 1 Jahr weniger eingezahlt hat (die 45 Jahre sind zumindest für mich unrealistisch, die 35 Jahre sollten überlebbar sein) und man eine marginal niedrigere Rentenzahlung bekommt.
7. Es wird noch viel Wasser den Rhein herunter fließen und gesetzliche Regelungen können sich ändern bzw. auch in Luft auflösen.
 
 
So zumindest haben wir seine Worte verstanden.





Argentinien – wir kommen.

2 11 2008

Nach London sind jetzt auch die ersten 2 Wochen in Argentinien fix.

Start in Buenos Aires und 11 Nächte im Sandanzas – Cultural Hostel – im Herzen von San Telmo, dem ältesten Stadtviertel von BsAs. Es gibt Tangounterricht und einen Fahrradverleih für lau und sie besorgen auch Tickets für Boca Juniors in „La Bombonera“. Außerdem versprechen wir uns viele Trappertipps und -tricks zu erhaschen.

Danach geht es am 14. Februar mit Aerolineas Argentinas nach Ushuaia, dem Ende der Welt am Südzipfel Argentiniens und das Ende der Panamericana. Feuerland, das Tor zur Antarktis. Absteigen werden wir im Galeazzi – Basily B&B. 3 Nächte sollten es tun.

Damit nun aber erst mal genug der Planung. Wie es weitergeht, werden wir vor Ort entscheiden.